Samstag, 8. Juli 2017

Kloster Holzen

Das Kloster wurde 1150 der Legende nach durch Marquard von Donnersberg als Doppelkloster der Benediktiner unterhalb des heutigen Standortes gegründet. Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Kloster auf dem Karlsberg neu errichtet. Im Rahmen der Säkularisation wurde es 1802 aufgehoben und ging in den Besitz der Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen über. Die Nonnen durften jedoch im Kloster wohnen bleiben. 1813 kam der ganze ehemalige Klosterkomplex durch Heirat an die Grafen von Fischler-Treuberg. Nachdem die Grafen Treuberg in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten waren, erwarb die St. Josefskongregation zu Ursberg im Jahr 1927 über einen Zwischenhändler die Gebäude und errichtete dort eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Seit 1996 ist das Dominikus-Ringeisen-Werk als eigenständige kirchliche Stiftung des öffentlichen Rechts Träger der Einrichtung.
Die Klosterkirche St. Johannes der Täufer stammt aus dem Jahr 1704 und ist geprägt durch die üppige Barockausstattung mit reichen Stuckaturen und Figuren. Aus den Klosterzellen sind Hotelzimmer und Suiten geworden, aus dem Refektorium, dem ehemaligen Speisesaal der Ordensfrauen, ein Tagungsraum. Zentrum der Anlage ist ein quadratischer Innenhof, um den sich das Kloster Holzen gruppiert. Hier kreuzen sich die zwei Achsen: die von Ost nach West verlaufende benediktinische Achse mit den beiden Polen Ora und Labora sowie die in Nord-Süd-Richtung verlaufende weltliche Achse mit Vita Activa und Vita Passiva.
Alle Einrichtungen und Angebote sind an diesen vier Polen ausgerichtet. Die weitläufige Außenanlage hält so einige Überraschungen bereit: drei Höfe mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen, eine Kapelle zur Einkehr, einen Klosterwald mit Grotte und Waldlehrpfad sowie ein Tiergehege. Ein eigener Obstgarten und Bienenstöcke gehören ebenfalls zu dem mitten im Grünen gelegenen, idyllisch angelegten Areal. In den Nebengebäuden sowie den Häusern rund um das Kloster Holzen sind Einrichtungen zur Förderung und Begleitung von Menschen mit Behinderung untergebracht. Von ihnen hergestellte Produkte sowie Köstlichkeiten aus dem Hotel gibt es im Klosterladen zu kaufen. 
>> Fotos

Keine Kommentare: