Sonntag, 23. Juli 2017

Die romanische Basilika in Altenstadt

Altenstadt ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Weilheim-Schongau. Altenstadt ist das frühere Schongau. Ein großer Teil der Bewohner zog im 13. Jahrhundert nur wenige Kilometer weiter in die auf dem Lechumlaufberg gegründete Siedlung am Lech und nahm den Ortsnamen mit. Die alte Siedlung wurde schlicht Altenstadt, die alte Stadt Schongau, genannt. Auffälliger Mittelpunkt der knapp 3500 Einwohner zählenden Ortschaft ist die romanische Basilika Sankt Michael.
Der Tuffsteinbau entstand zwischen 1180 und 1220 und ist nahezu vollständig in seiner hochmittelalterlichen Gestalt erhalten oder wiederhergestellt. Die schlichte, monumentale Architektur der querschiffslosen Basilika verweist auf direkte Vorbilder in Oberitalien und zeigt deutliche Ähnlichkeiten zur Basilika Sankt Peter im niederbayrischen Straubing. Der Barock, der sonst die Sakralbauten des Pfaffenwinkels mit seinen reichen Dekorationsformen überzogen hat, blieb hier fast ohne jeden Einfluss.
Sechs wuchtige Pfeilerpaare trennen die Schiffe und tragen die rippenlosen Kreuzgewölbe, die von breiten Gurtbögen getrennt werden. Das östliche Langhausjoch dient als Altarraum und ist durch fünf Stufen abgesondert und erhöht. Die beiden Pfeiler des Altarraums, die die Last der Türme tragen, haben aus statischen Gründen einen kreuzförmigen Grundriss. Die anderen zehn Pfeiler haben einen Vierpassgrundriss: ihrem quadratischen Kern sind jeweils vier Halbrundsäulen vorgelegt. Die inneren Wülste setzen sich als Dienste zu den Gurtbögen fort, deren Kämpfer Fabeltiere und Masken zeigen. Die Kapitelle besitzen korinthisierende Dekorationen in Kerbschnitttechnik.
Das bekannteste und bedeutendste Kunstwerk der Basilika ist der „Große Gott von Altenstadt“. Der monumentale, 3,20 m hohe Gekreuzigte steht, flankiert von Maria und Johannes, über dem Choreingang. Das Kunstwerk entstand am Anfang des 13. Jahrhunderts und lässt ebenfalls oberitalienische Einflüsse erkennen. Statt der Dornenkrone trägt der Erlöser einen Goldreif, ist also als Christkönig dargestellt. Aus der Bauzeit der Kirche hat sich auch der originale Taufstein erhalten. Im Chor und im Langhaus sind noch einige romanische und frühgotische Fresken erhalten. 
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