Sonntag, 4. Juni 2017

Alzenbach

Alzenbach ist einer von 58 Ortsteilen der Gemeinde Eitorf, einem Mittelzentrum des Rhein-Sieg-Kreises im Süden Nordrhein-Westfalens. Es liegt etwa 35 Kilometer östlich von Bonn direkt an der Sieg im Regierungsbezirk Köln. Ehemals selbständige Ortsteile von Alzenbach sind Halfterfähre und Siegbrücke. Namensgebend ist der durchfließende Altebach. Mittelpunkt ist die 1927 errichtete, denkmalgeschützte katholische Pfarrkirche St. Petrus Canisius. Der Bruchsteinbau mit seinem schlanken Fassadenturm ist ein charakteristisches Beispiel für den Expressionismus in der Kirchenbaukunst.
Von Deuringen nach Alzenbach sind es knapp fünfhundert Kilometer. Man trifft dort auf gesellige, fröhliche Menschen und Frohnaturen, die immer einen kecken Spruch auf den Lippen haben. Sie lassen einen Schwaben richtig griesgrämig und muffelig aussehen. Vor dem Eingang zur Kirche steht ein Wagen von Gaffel, einer Brauerei aus der Region. Es sieht aus, als würden sich die lustigen Alzenbacher vor dem Kirchgang ein kleines Kölsch gönnen und danach ein zweites. Dem ist aber nicht so. Zu Pfingsten findet auf dem Platz vor der Kirche ein Pfarrfest statt, zu dem dieser Wagen gehört. Weitere werden noch aufgestellt und nach dem Fest wieder verschwinden.
Kurz vor der Siegbrücke steht der Schützenhof. Das größte Hotel der Gemeinde mit seinen 92 Zimmern und vielen anderen Räumlichkeiten lädt ein zum erholen, erleben und tagen. Pech für den, der wegen der zuletzt genannten Tätigkeit hier verweilen muss. Aber es gibt Schlimmeres. Ganz unten im Gebäude befindet sich die Alm, eine rustikale Kneipe, in der das Bier in winzigen 200ml-Gläsern ausgeschenkt wird. Die Gäste verdursten fast und der Schankkellner arbeitet sich halb tot.
Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses erstreckt sich das Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiet Sieg. In den Auen trifft man auf verschiedene Lebensraumtypen sowie Pflanzen- und Tierarten, deren Erhalt von gemeinschaftlichem Interesse ist. Die Siegaue wird durch einen Hochwasserdamm begrenzt, auf dem artenreicher Magerrasen gedeiht und ist damit für einige Heuschrecken und Tagfalter ein ideales Biotop. Die abwechslungsreiche Flussauenlandschaft ist außerdem für Wasser- und Wattvögel von landesweiter Bedeutung und seltene Fische tummeln sich im kühlen Nass. 
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