Freitag, 14. April 2017

Die Schlacht auf dem Lechfeld

In Königsbrunn steht neben dem größten auf historischer Kartografie beruhenden Globus der Welt, dem Mercateum, der „Regionale Informations- und Präsentationspavillon 955 zur Lechfeldschlacht“, kurz „Infopavillon 955“. Dort lässt sich im Untergeschoss des Gebäudes mithilfe von drei aufwendig gestalteten Landschaftsdioramen, mehr als zwölftausend handgefertigten Zinnfiguren und modernster Museumstechnik der Verlauf der damaligen Ereignisse nachvollziehen.
Das erste Diorama zeigt Augsburgs Belagerung durch die Ungarn. Unter dem später heiliggesprochenen Bischof Ulrich wurde die Stadt verteidigt. Zu sehen ist die schwach befestigte Stadt mit ihrem Mittelpunkt, dem romanischen Dom. Das zweite Diorama stellt den Überfall der Ungarn auf den Tross der Deutschen an der Schmutter dar. Im Vordergrund ist das niedergebrannte Dorf Hainhofen zu sehen. Das dritte und größte Diorama zeigt die Flucht der Ungarn über den Lech, der damals noch ein vielarmiger Wildfluss war. Im Hintergrund ist das Lager der Ungarn bei Kissing zu erkennen. Ein durchdachtes Ton- und Lichtsystem informiert über die Hintergründe der Schlacht, erklärt ihren Verlauf und lenkt den Blick gezielt auf zentrale Szenen.
Über diese Schlacht hinaus befasst sich die Ausstellung mit den jahrhundertelangen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn. Sie vermittelt die Verbindungen der beiden Völker in ihren vielfältigen und unterschiedlichen Ausprägungen bis in die Gegenwart. Außerdem sind Waffen und Ausrüstungsgegenstände der Magyaren ausgestellt. Des weiteren wird noch ein kleiner Einblick in die Herstellung der Dioramen und Zinnfiguren von Martin Sauter angeboten. 
Noch kurz etwas zur eigentlichen Geschichte: Nachdem das Reitervolk der Ungarn Europa jahrzehnte lang mit Beutezügen heimgesucht hatte, endeten diese Überfälle mit dem drei Tage anhaltenden Gemetzel bei Augsburg. Bayern, Böhmen, Franken, Schwaben und Sachsen hatten sich zusammengetan und konnten so den Gegner vernichtend schlagen. Die Schlacht auf dem Lechfeld stellt einen Meilenstein der deutschen Geschichte dar. Ohne dieses Ereignis wäre aus Preußen nie etwas geworden. Als König Otto am 10. August 955 vom Pferd stieg, ahnte er nicht im Geringsten, dass ganz in der Nähe exakt eintausend Jahre und zwei Wochen später Nervenruh das Licht der Welt erblicken wird. 
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1 Kommentar:

Katharina vom Tanneneck hat gesagt…

Ich wünsche Dir und Deinen Lieben, ein fröhliches Osterfest und viele bunte Eierlein.

Vielen Dank für den dezenten Hinweis in diesem interessanten Bericht. Ich habe es notiert!

Grüße aus dem Norden ...