Mittwoch, 29. März 2017

Nach den Schneeglöckchen

Schneeglöckchen sind schön, doch keiner weint, wenn sie verwelkt sind. An allen Ecken und enden treibt und blüht es. Die Formen und Farben werden immer vielfältiger. Den Krokussen folgen nun kleine Wunder wie strahlende Sternhyazinthen, leuchtende Leberblümchen, ausdauernde, krautige Pflanzen wie Schlüsselblumen oder niedliche Buschwindröschen. Viel mehr kündigt sich bereits an.
Die Schnecken sind auch schon da. Bis der geduldige Gärtner die ersten Pflänzchen ins Frühbeet setzt, begnügen sie sich mit den frisch ausgetriebenen Blättern einer Lupine, die zwar nicht ganz so mild, zart und fein wie die eines Kopfsalates sind, den unersättlichen Hunger aber trotzdem stillen können - wenigstens für einen kurzen Moment.
Die Beerensträucher bilden Blätter und Knospen, der Schnittlauch sprießt senkrecht aus der Erde. Am Fliederbusch lässt sich die Entwicklung der Natur in dieser Jahreszeit besonders schön verfolgen. Das Rhizom des Rhabarbers treibt wieder aus scheint fast zu explodieren. Das rote Holsteiner Blut weckt die Vorfreude auf einen leckeren, saftigen Kuchen.
Am Abend, eingestellt auf immer wämer werdende Tage und Nächte, schon mit einem vergnügten Pfeifen auf den Lippen, dann doch noch ein kurzer Schreck: Ein versehentlicher, beiläufiger Blick auf die Erdkugel beweist allen Berichten über Erderwärmung und Treibhausklima zum Trotz, dass sich die Arktis den Winter über gewaltig ausgedehnt hat.

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