Freitag, 10. März 2017

Beim Alten Wirt

Geltendorf liegt im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech. Inmitten des Ortes steht das denkmalgeschützte Gasthaus „Alter Wirt”. Der zweigeschossige Satteldachbau in der Moorenweiser Straße hat eine Geschichte, die bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts zurückreicht. Seit langer Zeit betreibt der Pächter Ivo Opacak die Wirtschaft. Er bietet seinen Gästen bodenständige Speisen, gut bürgerliches Essen und Gerichte aus der kroatischen Küche. Eine Reservierung empfiehlt sich. Das Lokal ist sehr beliebt. Die Stube und der Nebenraum sind oft bis auf den letzten Platz besetzt.
Wenn der Magen knurrt, kann ein warmes Süppchen eine wahre Wohltat sein. Der Alte Wirt hat mehrere davon. Verschiedene Sorten stehen zur Auswahl. Meist sind es bayerische Varianten schwäbischer Originale. Verschiedene Arten von Spätzlesuppen, Pfannenkuchensuppe oder die berühmte zur Hochzeit stehen zur Auswahl. Man kann aber auch eine Zwiebelsuppe essen, die weder bodenständig noch kroatisch daherkommt, sondern eher französisch mit Weißbrot und Käse.
Die Speisekarte offeriert ein Schlaraffenland für Fleischesser. Es gibt Klassiker aus der Pfanne wie zum Beispiel Schnitzel mit Pommes, verschiedene Steaks, Zwiebelrostbraten oder - und das ist nicht selbstverständlich in einem oberbayerischen Wirtshaus - einen Schwabenteller bestehend aus Schweinefilet in Pilzrahmsoße mit Käsespätzle und Salat. Die Heimat des Pächters spiegelt sich in der Speisekarte wider. Unter der Rubrik „Grillspezialitäten” finden sich rusikale Gerichte mit Djuwetschreis, auf Spieße aufgesteckte Fleischfetzen, riesige Grillteller, mit Schafskäse gefüllte Hacksteaks, Cevapcici oder Pola-Pola.
Für diejenigen, denen nicht nach Fleisch ist, empfiehlt sich ein Blick in die Fischkarte. Dort treffen sich heimische Zander oder Saiblinge zu Spinat- oder Petersilienkartoffeln mit Tintenfischen in Kräutermarinade. Das gegrillte Lachsfilet mit Brokkoli, das offensichtlich nicht immer im Angebot ist, sieht einladend aus. Zu den gegrillten Riesengarnelenschwänzen muss man beim alten Wirt Scampi sagen. Dann serviert er sie auf Butterreis.
Zu allen Hauptspeisen wird ein frisch angemachter, gemischter Salat gereicht. Wer weder Fleisch noch Fisch will, hat es nicht leicht. Keines der Hauptgerichte will auf das eine oder andere verzichten. Unter der Rubrik „Empfehlungen zu den Brotzeiten” wird der belesene Sucher dann doch noch fündig. Es gibt Allgäuer Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salat.
Die Auswahl an Nachspeisen ist übersichtlich. Es gibt verschiedene Kreationen mit Eis, darunter solche mit Bezeichnungen wie Sanfter Engel, Nussknacker oder gar Coup Dänemark und selbstverständlich Bananen Split. Die Spezialität des Hauses scheint Palatschinken zu sein, ein Pendant zum Pfannenkuchen, jedoch viel dünner und feiner als bei uns üblich. Auch nicht schlecht: Ein Topfenrahmstrudel mit Früchten und Vanilleeis.

Kommentare:

Merci hat gesagt…

Solche Lokale vermisse ich hier im Norden aber natürlich kann man hier auch sehr gut überleben.
Heimat wird halt immer Heimat bleiben. Einen guten Djuvecreis würde ich auch mal gerne wieder probieren. Wahrscheinlich muss ich ihn mir selbst zubereiten aber warum nicht? Und Kässpätzle die mag ich auch in verschiedenen Variationen.
Danke für die lukullische Reise durch meine alte Heimat!

Krautl hat gesagt…

Wow .... wie immer nach Deinen tollen Bildern und Posts ... hab ich Hunger :-)

Claudia Erhard hat gesagt…

Ja lecker ;)

Hoffentlich schaffe ich heute bei meiner Mittagsmahlzeit dort den Nachtisch.
Der Topfenrahmstrudel wäre nicht schlecht;)