Mittwoch, 15. Februar 2017

Büble Bier

Das Büble Bier stammt aus dem Allgäuer Brauhaus in Kempten. Die Biergeschichte in dieser Region reicht zurück bis in die Zeit der Kelten. Bereits 1394 berichteten Archive von den Ursprüngen des heutigen Brauhauses, das damit zu den ältesten Brauereien Deutschlands gehört. Das Büble Bier soll an die Zeit erinnern, als es noch keine Bierflaschen gab, das Gebräu ausschließlich in Holzfässer abgefüllt und nur in den Brauereigaststätten und Wirtshäusern frisch gezapft und ausgeschenkt wurde. Wer sein Bier zuhause genießen wollte, musste es sich dort abholen. So wurden oft die Söhne wie seinerzeit auch Nervenruh in seinen Kindertagen von ihren Vätern mit einem Masskrug in die Gast- und Wirtshäuser geschickt, um offenes Bier zu kaufen und nach Hause zu bringen. Zu diesem Zweck gab es damals die Gassenschenke, ein Fenster mit einer Glocke neben der Theke, durch das der Wirt seine Laufkundschaft bedienen konnte. Aus dieser Tradition entstand Anfang der 1950er-Jahre das Büble Bier, das in sechs verschiedenen Sorten hergestellt wird: Bayrisch Hell, Urbayrisch Dunkel, Radler Naturtrüb, Festbier, Edelweißbier und Edelbräu. Nervenruh führte sich letzteres zu Munde. Das nach dem bayerischen Reinheitsgebot gebraute Allgäuer Büble Edelbräu aus der Bügelflasche besitzt eine tiefgoldene Farbstruktur mit optischer Brillanz und leicht rötlichen Farbkomplexen. Den kräftigen Auftritt rundet eine kernige Optik ab. Eine üppig schneeweiße Schaumkrone krönt das süffige Bier. Das Zusammenspiel aus einer dezenten Hopfenbittere im Antrunk und nussig-würzigen Aromen im Körper deuten auf den verwendeten Hallertauer Hopfen und die auserlesenen Spezialmalze hin. Diese gelungene Kombination sorgt im Abgang für ein wohlig-warmes Mundgefühl. Allgäuer Büble Edelbräu eignet sich als Begleitung zu würzigen Speisen. Kräftige Käsesorten wie Romadur, Streich- oder Rotschmierkäse sind mit ihrem reifen Charakter eine gute Ergänzung. Der aromatische Malzkörper verträgt aber auch Geschmacksnoten wie würzige Braten, deftige Eintopfgerichte oder pikante Brotzeitteller. Man kann sich das flüssige Gold mit einer Stammwürze von 12,5 % und einem Alkoholgehalt von 5,5 % aber auch einfach so hinter die Binde kippen.

1 Kommentar:

Herr Ackerbau hat gesagt…

Das Büble-Bier sieht man inzwischen auch in Berlin in vielen Kneipen, allerdings nur das Helle. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich das früher im Allgäu mal gesehen hätte.