Sonntag, 18. September 2016

Utting am Ammersee

Der Ammersee war und ist seit Beginn des vergangenen Jahrhunderts ein Anziehungspunkt für Ausflügler und Touristen. Die Großstädte München und Augsburg liegen nur etwa fünfzig Kilometer entfernt. Während die Besucher aus der Landeshauptstadt das Ostufer zwischen Stegen und Herrsching bevorzugen, zieht es die bayerischen Schwaben eher an das für sie näher gelegene Westufer um Utting. Seit Ende des 19. Jahrhunderts ist dieser Ort von Augsburg aus auch mit der Bahn erreichbar. Nicht umsonst und in Anlehnung an Urlaubsregionen an der italienischen Adria, wird dieser Landstrich scherzhaft auch als „Lido der Augsburger” bezeichnet.
Utting verfügt über einen Dampfersteg, an dem regelmäßig Schiffe der Ammerseeflotte anlegen. Besonders beliebt sind die Fahrten auf einem der beiden Raddampfer. Vor dem Steg erstreckt sich der schön angelegte Summerpark mit großen Rasenflächen, Spazierwegen, und altem Baumbestand. Hier finden hin und wieder kulturelle Veranstaltungen statt. Etwas nördlich der Schiffsanlegestelle befindet sich das in Teilen unter Denkmalschutz stehende Strandbad. Die ältesten Gebäude, nämlich die Umkleidekabinen, stammen aus dem Jahr 1929. Erstaunlich ist, dass sich der 1938 erstmals errichtete Sprungturm trotz der langen Geschichte Uttings zum Wahrzeichen mauserte.
Ein kurzer Spaziergang entlang der Seestraße führt zur 1898 errichteten Alten Villa, die gegenwärtig als Ausflüglerlokal und Gaststätte mit großem Biergarten genutzt wird. Dort gibt es unter anderem Steckerlfisch, deftige Brotzeiten und süffiges Bier aus der Brauerei des Luitpold Rupprecht Heinrich Prinz von Bayern, dem Urenkel des letzten bayerischen Königs. Mit etwas Glück spielt gerade ein Blasmusikorchester oder eine Dixielandband zum Vergnügen der Gäste schmetternde Märsche, zünftige Weisen und altbekannte Lieder. Aus der Ferne tönt das Horn des letzten einrückenden Schiffes und im stillen Teich nebenan drehen Goldfische friedlich ihre Runden.
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1 Kommentar:

Krautl hat gesagt…

Deine Ausflugs-Berichte lese ich super-gern, lieber Nervenruh.
Dank der Bilder könnte man sich glatt einbilden, man sei dabei
gewesen :-)