Sonntag, 7. August 2016

Reichsadlerbräu

Wer dieses Bier kosten will, muss sich schon nach Steppach bequemen, wo es seit 1431 gebraut wird. Dort wird das würzige Gold in einem Gasthof ausgeschenkt, das neben der hauseigenen Brauerei eine Metzgerei, zeitweise auch eine Bäckerei und Landwirtschaft betrieb. In dem damals wie heute sehr beliebten Gasthaus mit seiner bewegten und interessanten Geschichte genossen Reisende und Einheimische schon immer die weithin bekannten Schmankerln aus der regionalen Küche, das süffige Bier und die herzliche Gastlichkeit. Unter den illustren Gästen befanden sich berühmte Persönlichkeiten wie Götz von Berlichingen, Giacomo Casanova, Napoleon III. mit seiner Mutter Hortense von Holland, Joachim Ringelnatz, Magda Schneider sowie auch verschiedene Ministerpräsidenten unserer Tage.
Das Gebäude brannte 1782 teilweise aus. Die daraufhin von Grund auf renovierte und im folgenden Jahr wieder eröffnete Dorfwirtschaft findet man noch heute in dieser Form vor. 1890 heiratete der damalige Braumeister Franz Joseph Fuchs II. die verwitwete Gasthofbesitzerin Karolina Steger. Seitdem befindet sich das von nun an „Brauereigasthof Fuchs” genannte Haus bereits in sechster Generation im Besitz dieser Familie. Das freistehende Gebäude wirkt imposant. Es beherbergt neben der Gastwirtschaft auch ein Hotel mit 32 Gästezimmern. Blickfang am Eingang ist die Wursttheke mit Produkten aus eigener Herstellung. Im Hauptgastraum findet man bayerisch-traditionelle Gemütlichkeit und urige Räumlichkeiten mit viel Holz und viel Platz.
Die unterschiedlichen Qualitätsbiere der Reichsadlerbräu - zum Ausschank kommen Helles, Dunkles, Pils und Weizen - erfrischen durstige Kehlen aus nah und fern. Wer das edle Gesöff zu Hause genießen will, wird auch beliefert. Auf der Speisekarte stehen überwiegend bodenständige, typisch schwäbische Speisen von hoher Qualität, die sieben Köche raffiniert zubereiten. Angeboten werden interessante Vorspeisen, Salate der Saisaon, Fische aus Meer und See, vegetarische Gerichte, Schmankerl aus Großmutter's Küche, urige Brotzeiten aus der eigenen Metzgerei, Schwein aus der Region, Kalb vom Bauern, Pute vom Freiland, Rind vom Weideland oder „von jedem Vieh ebbes”. Filet vom Papageienfisch an Zitronengras-Schaum und Rambutan wird es hier nie geben.

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