Sonntag, 3. Juli 2016

Wildnis

Termindruck, Zeitmangel und extrem viel Regen hielten Nervenruh in den letzten Wochen davon ab, regelmäßig seinen Garten zu besuchen. Fast ein Monat ohne Pflege, Mähen, Hacken oder Jäten verwandelten die gepflegte Anlage in eine grüne Hölle. Schon am Gartentürchen bekommt man große Augen. Wicken haben es fast vollständig überwuchert. 
Auf den Beeten feiern Ackerschachtelhalme, Vogelmiere und Flechten fröhliche Urstände. Winden versuchen, alle Gewächse in einem einzigen Knäuel zu vereinen. Verschiedene Pflanzen verschwinden zwischen Gräsern und Disteln. Es ist nicht so, dass dieses unsortierte, sich selbst überlassene Wachstum hässlich aussähe - ganz im Gegenteil.
Doch würde man jetzt nichts unternehmen und den Wildwuchs den ganzen Sommer durch sich selbst überlassen, hätte man keine Freude mehr damit. Die Artenvielfalt würde erheblich darunter leiden, denn viele Pflanzen brauchen Schutz und würden unweigerlich in einem grünen Kuddelmuddel und Einheitsbrei untergehen. Noch ist es nicht zu spät. 
Die Stangenbohnen beginnen zu klettern, Gurken und Zucchini werden bald die ersten brauchbaren Exemplare vorweisen, Tomaten, Melonen und Peperoni liegen im Plan. Kohlrabi, Salat und verschiedene Sorten von Beeren sind breits erntebereit. Sonnenblumen schießen in die Höhe. Blüten in verschiedenen Farben und Formen zeichnen ein schönes Bild. Aus dem Rasen guckt ein Mäuseloch und in der Regentonne schwimmen ertrunkene Schnecken.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

so war unser garten vor jahren auch..herrlich deine schilderung, danke