Donnerstag, 26. Mai 2016

Mozarthaus Augsburg

In der nördlichen Altstadt Augsburgs an der Frauentorstraße 30 steht ein altes Handwerkerhaus aus dem 17. Jahrhundert. An der Außenwand ist eine Steintafel angebracht, auf der geschrieben steht: „In diesem Haus wurde am 14. November 1719 Leopold Mozart geboren. Er war der Vater des großen Wolfgang Amadeus Mozart, dessen musikalische Bildung größtenteils sein Verdienst war. Auch als Komponist und Verfasser der berühmten Violinschule machte er seinen Namen unsterblich.” In dem Gebäude befindet sich eine Ausstellungs- und Gedenkstätte zur Geschichte der Familie Mozart in Augsburg.
Leopold, der Sohn eines Buchbinders, schrieb Kirchenmusik und Gelegenheitskompositionen, in denen er sich gern realer Klangeffekte wie Glockengeläut oder Hundegebell bediente. Der fleißige Mann hinterließ außer seinem pädagogischen Werk seinen berühmten Sohn und 48 Sinfonien, sechs Divertimenti, fünf Flötenkonzerte, je ein Trompeten- und ein Posaunenkonzert, drei Klaviersonaten, zwölf Violinduos sowie ein Divertimento für Flöte, Violine und Bass.
Die Ursprünge der Familie Mozart liegen westlich von Augsburg. Die Gegend wird heutzutage ihretwegen „Schwäbischer Mozartwinkel” genannt. Im Dreißigjährigen Krieg wanderten die Mozarts nach Augsburg ein. Sie waren talentiert. David war Baumeister, arbeitete für die Fugger und errichtete mehrere Sakralbauten; Hans Georg war Werkmeister am Augsburger Domkapitel; Johann Michael zog als Bildhauer weiter nach Wien. Bekannt ist auch Franz Mozart, der in der Fuggerei lebte und dort Stiftungsbaumeister war. Danach kam die Zeit, als sich die Freie Reichsstadt Augsburg von den Folgen des Krieges erholte und sich als Wirtschafts-, Kultur-, Kunst- und Medienzentrum positionierte.
Leopold Mozart studierte zunächst Philosophie in Salzburg, verdingte sich dann aber als Violinist, Kapellmeister, Lehrer und Komponist. Er heiratete Anna Maria Pertl, mit der er sieben Kinder hatte, von denen jedoch nur zwei das Erwachsenenalter erreichten: Die beiden musikalischen Wunderkinder Maria Anna und Wolfgang Amadeus. 1755 musste der zum Salzburger gewordene Leopold sein Augsburger Bürgerrecht aufgeben. Trotzdem ging die Verbindung zur Heimat nie verloren. Im Mozarthaus Augsburg sind unter anderem Bücher, Briefe, Bilder sowie Notenblätter und Musikinstrumente ausgestellt. Das zentrale Ausstellungsstück ist ein 1785 gebauter, original erhaltener Hammerflügel aus der Werkstatt des Instrumentenbauers Johann Andreas Stein, auf dem Leopold als auch sein Sohn Wolfgang Amadeus gespielt haben. 
>> Fotos

Keine Kommentare: