Montag, 18. April 2016

An der Schwedenmauer

Die gegen Ende des 13. Jahrhunderts errichtete Schwedenmauer ist ein Teilstück der alten Augsburger Stadtbefestigung. Ihr Name erinnert an die Zeit über dreihundert Jahre später, als von 1618 bis 1648 der Dreißigjährige Krieg wütete, in dessen Verlauf schwedische Truppen die Stadt belagert hatten. Auf der einen Seite befindet sich die Schwedenstiege. Sie wurde nach 1632 gebaut, um eine bessere Verbindung zur Jakobervorstadt und deren Ringmauern zu schaffen. Unterhalb der Treppen plätschert ein originaler Venezianischer Muschelbrunnen vor sich hin, das Geschenk eines Konsuls an die Stadt. Die Mauer wird in gewissen Abständen durch eckige und halbrunde Wehrtürme verstärkt. 
In einer Nische steht der Steinerne Mann (dr Schdoinerne Ma), ein Denkmal an den Bäckermeister Konrad Hackher, dem Stadthelden, der einer Sage nach mit Mut, unbändigem Freiheitswillen und Einfallsreichtum Augsburg von der Schwedenbesatzung befreite, doch dafür sein Leben ließ. Weiter hinten liegt das Galluskirchlein, dessen Geschichte mindestens bis in die Antike zurückreicht, das 1051 vom damaligen Papst geweiht wurde und heute als älteste noch erhaltene Kirche Augsburgs gilt. Auf der anderen Seite, oben am Hang zwischen Stadtgraben und Mauer, steht ein einzelnes Gebäude, das im Mittelalter ein bekanntes Freudenhaus gewesen sein soll. Nicht weit davon entfernt befindet sich die Pforte, durch die Martin Luther in der Nacht zum 21. Oktober 1518 überstürzt die Stadt verlassen hat.

1 Kommentar:

Magia da Inês hat gesagt…


Bonitas fotos.

Bom fim de semana!
♫♬♪ه° ·.