Sonntag, 27. März 2016

Drei ganz Spezielle

Hier stehen drei Spezialbiere aus der Riegele Biermanufaktur in Augsburg. Ganz links das „Dulcis 12”, bei dem sich vor der Herstellung wohl jemand mit einem Paket voll Zauberzutaten in die Braumanufaktur geschlichen haben muss. Noch bevor das Dulcis als ordinäres Bier das Licht der Flasche erblickte, verwandelte es sich in eine „Süße Verführung” ohne Gleichen. Mit Honig und Trappistenhefe veredelt gab es schließlich kein Zurück mehr und Riegele brachte dieses hochprozentiges Meisterwerk zur Welt. Zwölf lange Monate muss das Bier nach belgischer Brauart im Braubottich warten, erst dann dürfen wir es genießen. So entstehen wuchtige 11% und ein Aroma, das so vielschichtig wie harmonisch ist. Durch edlen Honig angenehm süß, durch Trappistenhefe ausgesprochen cremig und moussierend bildet es ein Team, das es locker mit der Hopfenherbe aufnimmt. Auch das Aromenspiel ist geprägt von Honig- und Melassenote. Wer belgisches Bier mag, wird diese Riegele-Version lieben.
In der Mitte steht das „Auris 19”, das mit seinen neunzehn Prozent Stammwürze und historischem Malz auch Goldenes Feuer genannt werden darf. Der nussige, malzaromatische Charakter verschmilzt mit einer hintergründigen, aber einprägsamen Hopfenbittere. Ein schöner Tropfen mit 9% wärmendem Alkohol. Im Antrunk ist das Weltklasse Bockbier bereits schön kräftig und dezent fruchtig. Der Schein trügt also, wenn man das helle Gold im Glas erblickt. Die sanfte Perlage wirkt ausgesprochen edel und sorgt für ein fluffiges Krönchen. Zur Nase steigen intensive Malzaromen von Karamell und Nuss - ein würdevoller Einstieg. Dann geht’s weiter auf der Zunge: Wuchtig-süß und dennoch mit betonter Hopfenherbe wird man mit dem Auris 19 teil eines betörenden Machtkampfs mit dem Gaumen als Arena.
Das kräftig-wärmende und unglaublich samtige „Noctus 100” ergießt sich tiefbraun ins Glas und offenbart umgehend sein duftendes Geheimnis: schokoladig-malziges Aroma. Ätherische Assoziationen von harzig-süßen Nuancen steigen zur Nase und machen Lust auf den ersten Schluck. Die süßen Zwischentöne gehen Hand in Hand mit dem herben Gesamteindruck und schenken dem Noctus 100 seinen wunderbar runden Charakter. Irische Ale Hefe gibt der Brauspezialität einen vollmundigen, schweren Körper und ein cremiges Mundgefühl. Im Antrunk schmeicheln bitterschokoladige Aromen und vollmundige Kaffeenoten dem Gaumen, bis einen das wuchtige Imperial Stout schließlich mit einer rauchigen, würzmalzigen Grundnote umhaut. 

Kommentare:

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Schön beschrieben. Ich hab' leider 'ne Alkohol-Allergie, daher kommt sowas für mich nicht infrage.

Lieben Gruß
Sara

Herr Ackerbau hat gesagt…

Heute ein Riegele Augustus in Berlin getrunken und an dich gedacht.