Freitag, 26. Februar 2016

Markt Wald

Es hat wieder geschneit. An einem ungeplanten freien Tag ohne Pflichten und Termine zieht es Nervenruh in den südlichen Teil des Naturparks Westliche Wälder. Überschreiten Wanderer auf einer Etappe des Stauden-Meditations-Weges die Grenze zwischen den Landkreisen Augsburg und Unterallgäu, gelangen sie unwillkürlich nach Markt Wald. Die idyllisch gelegene Gemeinde hat nicht nur einen schönen Namen, sondern auch ein hübsches Schlösschen. Doch erst mal der Reihe nach:
Ohne auch nur einer Menschenseele zu begegnen stapfte Nervenruh stundenlang durch eindrucksvolle Winterlandschaften, verschneite Wiesen, Flure und Wälder, hinauf auf schneebedeckte Hügel und wieder hinunter in die windstillen, weißen Täler. Kurz vor Oberneufnach steht linker Hand auf einer Anhöhe ein hölzerner Aussichtsturm. Er erinnert an den Astronomen Christoph Scheiner, dem Entdecker der Sonnenflecken. Das Gebilde ist Tag und Nacht zu jeder Jahreszeit begehbar. Auch von oben sieht man vom Sommer noch keine Spur.
Vom Scheinerturm bis nach Markt Wald ist es nicht mehr allzu weit. Im Ort sticht das Fuggerschloss sofort ins Auge. Das kurz vor dem Abschluss einer Komplettsanierung stehende Bauwerk ist ein Juwel. Das Tor zum Innenhof stand offen, darin traf Nervenruh auf die ersten vier Menschen seit Mittelneufnach, darunter eine junge Dame, deren Gesicht ihm irgendwie bekannt vorkam. Als sich hinter ihr die Türe öffnete, aus der womöglich der Schlossherr höchstpersönlich trat, schoss es ihm wie ein Blitz durch den Kopf: Lisan Kyrana! Die Überraschung war perfekt und vor lauter Aufregung vergaß Nervenruh zu fragen, ob er mit ihr ein Foto im Schnee schießen dürfte.
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