Montag, 29. Februar 2016

Im Riegele Wirtshaus

Auf dem Gelände der größten Brauerei Augsburgs steht ein interessantes Wirtshaus, das zu den Top 40 der Bierlokale Deutschlands zählt und in der Gerolsteiner Restaurant-Bestenliste 2016 vertreten ist. Auf der Karte werden über zwanzig verschiedene Sorten Bier angeboten, so auch das oben abgebildete „Commerzienrat Riegele Privat”, laut Herstellerangaben das beste Festbier Europas und Deutschlands Bier des Jahrzehnts, ein würzig mildes Festbier, das Dank der sehr aufwändigen Spelzentrennung und dem Riegele Schrotmaischverfahren durch seine einzigartige Harmonie und Balance von Hopfen und Malzaromen besticht. Aber auch die Speisen sind nicht ohne. Im Folgenden sind einige Beispiele aufgeführt.
Angeboten werden sieben Arten phantasievoll belegter Brotspezialitäten aus der eigenen Backstube. Oben links das „Auris”, eine Scheibe Bauernhausbrot bestrichen mit Pfifferlingscreme, belegt mit Krautsalat und niederbayerischem Schwarzgeräuchertem, garniert mit kleiner Essiggurke, frischem Kren und Tomatenecke. Rechts daneben ein bayerisches Voressen, das so gar nicht bestellt worden war: eine Kugel Fassbrauseeis im unsichtbaren Kressegestrüpp, gegrillter Aubergine mit Brombeer-Chili-Püree und rohem Schinken. Ein viel versprechender Anfang.
Nun ein paar Beispiele der Hauptspeisen (im Uhrzeigersinn von links oben): Braumeister Müllers Leibspeis, bestehend aus gegrillten Fetzen vom Schweinefilet am Spieß mit Wildblumenkäs' überbacken in einer sämigen Weissbier-Champignonsoße mit Schupfnudeln und Tomatensalat im Zwetschgendressing. Daneben frischer Fisch aus dem Dickelsmoorer Weiher, in diesem Fall ein Saiblingsfilet vom Grill in geschmolzenen Zitronenwürfeln gebraten und mit knackigem Gemüse und Kartoffeln umlegt. Darunter aus der Rubrik „Vegetarisch und Vegan” ein riesiger Teller Pasta mit Kastanienmehl, die aus mit Ricotta, frischem Babymangold, Parmesan und Kastanien gefüllten, leckeren Nudelsackerln bestand, das Ganze mit Birnen in Rosmarinöl sautiert. Zu jeder Mahlzeit wurde ein frischer Salat serviert.
Das muss man erst mal sacken lassen. Zwischendurch zur Verdauung und als Aperitif für die Nachspeise empfahl sich eines der Brauspezialitäten für den besonderen Moment aus dem Hause des Weltmeisters der Biersommeliers. Jede Woche befindet sich eine Rarität im offenen Ausschank. Diesmal war es das Charakterbier „Amaris 50”, auch „Feinherbe Vorfreude” genannt. Nicht von ungefähr kommt die Ähnlichkeit der Bezeichnung zum lateinischen „amarus”, was soviel wie bitter oder herb bedeutet. Hier schmeckt man die pure Leidenschaft für Hopfen, ganz nach nordamerikanischem Vorbild mit fast übertriebenen fünfzig Bittereinheiten raffiniert im schlanken Malzkörper eingebunden.
Zum Nachtisch vier Beispiele zur Abrundung eines köstlichen Menüs: drei Desserts und eine leckere und frische Eiskreation aus der Eismanufaktur Uli von Bocksberg. Abgebildet sind - wieder im Uhrzeigersinn von links oben - hausgemachte Apfelküchle nach einem alten Brauhausrezept im Hefe-Bierteig ausgebacken und mit Vanilleeis serviert; daneben ein Craft Beer-Malz-Mousse mit Schokolade von „Original Beans” (100% Wildkakao, Sorte Varunga aus dem Kongo, kein Soja, kein Lecithin, kein raffinierter Zucker), verfeinert mit Riegele Malz und karamellisiertem Braumalz mit Brombeerpüree und frischen Früchten; darunter ein delikates Schlehen-Weiße Schokolade-Topfenmousse mit Mandelkrokant, Pistazien und geschnittener Ananas und zu guter Letzt ein Gemüse- und Fruchtgarten bestehend aus Brombeer- und Tomaten-Zitroneneis auf frischem Obst mit leckerer Marmelade von Taggiasca-Oliven, eingekocht und bestreut mit reinem Rohrzucker.

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