Samstag, 23. Januar 2016

Kulturspeicher Würzburg

Zwischen 1996 und 2002 wurde ein 1904 errichteter Getreidespeicher am Alten Hafen in Würzburg aufwändig zu einem Kulturzentrum umgebaut. In ihm befindet sich das 2005 mit dem Bayerischen Museumspreis ausgezeichnete „Museum im Kulturspeicher”. Dort werden auf 3500 über drei Geschossebenen verteilten Quadratmetern zwei ständige Sammlungen und Sonderausstellungen auf hohem Niveau gezeigt. Das einst zu den fortschrittlichsten Lagerhäusern der bayerischen Staatshäfen zählende Gebäude liegt wie ein lang gestreckter Riegel parallel zum Main an einem künstlichen Seitenarm. Im glasgedeckten Foyer sind die zwölf Meter hohen historischen Stützraster zu sehen.
Im nordöstlichen Teil des Erdgeschosses waren Werke des berühmten Spaniers Pablo Picasso ausgestellt. Die Bilder, Leihgaben aus dem Düsseldorfer Kunstpalast, zeigten den einflussreichen Maler eher als Grafiker. Auch die Fotos von Hubertus Hierl, der den großen Meister 1966 beim Besuch eines Stierkampfs ablichtete, waren sehenswert. Es war der letzte Tag der Sonderausstellung „Picasso in Würzburg”.
Die Städtische Sammlung beinhaltet hauptsächlich Objekte fränkisch-süddeutscher Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts. Schwerpunkt dabei ist zwar der deutsche Impressionismus, doch der Bogen wird weit gespannt. Es geht auch um die Anfänge der abstrahierenden Kunst bis hin zu Exponaten der Gegenwart. Besonders erwähnenswert sind die Skulpturen der Bildhauerin Emy Roeder sowie die künstlerische Intervention von Kurt Fleckenstein, ein elegantes Spiel mit der Wahrnehmung des Betrachters und seiner Orientierung, mit Illusion und Täuschung.
Ein großer Teil der Räumlichkeiten steht der Sammlung von Peter C. Ruppert zur Verfügung, die sich als Dauerleihgabe im Kulturspeicher befindet und ständig ergänzt wird. Seit Mai vergangenen Jahres präsentiert sich die Kollektion unter dem Motto „Rendezvous der Länder”. Geboten wird Konkrete Kunst seit 1945 aus 23 europäischen Nationen. Überraschung: Op-Art von Bridget Riley, die sich irgendwann in den Achtzigern nach dem Durchblättern einer Zeitschrift tief in Nervenruh's Gehirn festgefressen hatte, hing hier im Original.
Die Fassade verziert eine Lichtinstallation von Waltraut Cooper. Außen beginnt ihr Kunstwerk genau dann zu leuchten, wenn innen die Museumsräume geschlossen werden. 
>> Fotos

1 Kommentar:

Magia da Inês hat gesagt…

Ótimo lugar para visitar e aprender sobre arte!...

Bom domingo! Boa semana!
Beijinhos.
❤ه° ·.