Mittwoch, 13. Januar 2016

Architekturmuseum Schwaben

Das Architekturmuseum Schwaben befindet sich in der denkmalgeschützten Buchegger-Villa im Thelottviertel Augsburg. Buchegger (1870 - 1929) selbst war Architekt, das Thelottviertel, die erste Gartenstadt Deutschlands, war sein Lebenswerk. Das 1995 eingerichtete Museum, eine Zweigstelle des Architekturmuseums der TU München, wird durch die Arno-Buchegger-Stiftung finanziert. Die Einrichtung dient der Erforschung, Dokumentation und Vermittlung der Architekturgeschichte Schwabens, birgt ein Archiv mit Nachlässen bedeutender schwäbischer Architekten und führt Wechselausstellungen durch, die die vielfältigen Themenstellungen und Entwicklungstendenzen der Architektur einem breiten Publikum nahebringen sollen.
Die aktuelle Ausstellung „Blickpunkt Moderne: Architektur in Augsburg 1960 - 1980” beschäftigt sich mit einer Zeit, in der Augsburg nach einer neuen Urbanität strebte und im Gleichschritt mit dem Wirtschaftsboom eine moderne Stadt sein wollte. Damals wurde viel gebaut, doch keineswegs bescheiden, sondern groß, raumgreifend und wuchtig. Die Stadtplaner gingen zum Teil brachial vor und und zerstörten für die Modernisierung einige Altbauten, die den Bürgern lieb und teuer waren: Für das Kaufhaus Neckermann riss man das alte Stetteninstitut ab, für den neuen Kaiserhof ein neobarockes Hotel aus dem 19. Jahrhundert und für die Kongresshalle den beliebten Ludwigsbau.
Die Sammlung präsentiert auffällige Bauwerke wie die Sporthalle oder den Hotelturm, aber auch weniger bekannte, dennoch sehenswerte Gebäude öffentlicher, kirchlicher und privater Auftraggeber. Viele dieser Bauten stehen heute vor tiefgreifenden Umwandlungsprozessen durch Sanierung, Umnutzung oder gar Abriss. 
Im ersten Obergeschoss befindet sich ein Raum, der Thomas Wechs gewidmet ist, dem Erbauer des ersten modernen Wohnblocks Bayerns. Der 1970 verstorbene Architekt verstand sich weniger als Techniker denn als Künstler. Viele seiner Werke prägen seit Jahrzehnten das Augsburger Stadtbild: Postämter, Wohnanlagen, Kirchen, Häuser, Hallen, Denkmäler und sogar ein Stadion. Die Ausstellung kann noch bis zum 3. April besucht werden. Der Eintritt ist frei. 
>> Fotos

Keine Kommentare: