Donnerstag, 17. Dezember 2015

Gabriel, Christina von Bolsena und Deuringen

Nervenruh stieß zufällig auf einen Artikel aus dem Schmuttertalboten vom 17. November 1961 mit der Überschrift „Weihe der neuen St. Gabrielskirche in Deuringen durch Bischof Dr. Josef Freundorfer von Augsburg”. In dem relativ langen Bericht werden ausführlich die festlichen Feierlichkeiten am Zwölften des selben Monats beschrieben, wie und warum es zum Bau der Kirche gekommen war, wie sich die Finanzierung gestaltete und welche Ehrengäste anwesend waren. Der Tag der Einweihung muss ein großes Brimborium mit allem Drum und Dran, Fanfarenbläsern, Te Deum, Festmahl und gutem Wetter gewesen sein. Der Journalist vergaß auch nicht, die großen Opfer, Mühen und Schwierigkeiten zu erwähnen und würdigte die überaus hohe Leistung der damals Ansässigen, die fast ausschließlich arme Arbeitnehmer, also nicht gerade besonders betuchte, abhängig Beschäftigte waren. Ein Absatz erläutert schließlich anschaulich die Außen- sowie die Innenarchitektur und die farbenprächtigen Glasmalereien.
Etwa in der Mitte des Artikels heißt es: „Nachdem die äußere Weihe der Kirche vollzogen war, gab der Bischof Dispens, daß die Gläubigen zur weiteren Weihe der Kirche in diese eingelassen werden konnten. Nach der Weihe und Taufe des Altars und der Kirche und der Apostelkreuze trug H. H. Pfarrer Bucher dann in feierlicher Prozession die Reliquien der hl. Christina aus der etruskischen Stadt Bolsena zum Hochaltar, woselbst sie der Bischof in den Hochaltar einlegte und dieselben dann von einem Maurer eingemauert wurden.” An dieser Stelle wurde Nervenruh stutzig. Was haben die Reliqien der Heiligen Christina in Deuringen zu suchen? Wie kamen sie dort hin? Wer kam auf die Idee, sie in den einfachen Altar einer Dorfkirche einzumauern? Warum? Nachfragen bei alteingesessenen Deuringern führten zu nichts. Keiner weiß etwas davon oder niemand will etwas davon wissen. Offiziell befinden sich die Reliquien nämlich unter dem Hauptaltar der Santa Cristina di Bolsena in Italien. Andere vermuten sie in Palermo auf Sizilien. Deuringen wird in diesem Zusammenhang nirgendwo erwähnt - außer in jenem Artikel des Schmuttertalboten vom 17. November 1961. Welches Geheimnis steckt dahinter?

Kommentare:

Kath rin hat gesagt…

Klingt spannend!

LG kathrin

Syahransyah hat gesagt…

Happy Day For You.

Magia da Inês hat gesagt…

❀✿゚ه

Bom fim de semana com tudo de bom!
Beijinhos.
❀✿゚ه° ·.

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Was es doch alles gibt! Dann wünsche ich frohes Nachforschen!