Dienstag, 22. Dezember 2015

Dastan

In Augsburg, nicht weit vom Jakober Tor entfernt, steht ein Haus, in dessen Erdgeschoss jahrzehntelang eine Hühnerbraterei untergebracht war. Seit kurzem befindet sich dort ein Restaurant, „Dastan” genannt, das traditionelle arabische und orientalische Speisen anbietet. Die Küche verfügt über einen offenen Holzkohlengrill und einen Tandur, einem speziellen Backofen, der nicht von vorn, sondern von oben mit Brennmaterial und zu backenden oder zu garenden Lebensmitteln beschickt wird. Er besteht aus einem großen zylindrischen, nach oben enger werdenden feuerfesten Tonkrug und dient unter anderem zum Backen von Fladenbroten, die dazu an die oberen heißen Seitenwände gedrückt und nach dem Backen mit einem Feuerhaken wieder herausgezogen werden. Aber auch zum Garen von Fleischgerichten und Gemüse wird der Tandur verwendet. Nervenruh war neugierig und testete das Lokal. Schon von außen wird man auf einer Tafel in deutscher und arabischer Schrift und Sprache herzlich Willkommen geheißen, und kaum durch die Türe eingetreten von einem freundlichen Kellner begrüßt, der ganz und gar nicht dem Klischee eines echten Arabers entspricht. Die Lokalität ist etwas verwinkelt, zum Großteil mit relativ kleinen, quadratischen Tischen bestückt und recht geräumig. Die Einrichtung mit den bemalten Bögen erinnert an den maurischen Stil. Abgetrennt, doch von Außen einsehbar, gibt es einen gemütlichen Raum, in dem man eine Wasserpfeife rauchen kann. Die Speisekarte ist nicht überladen, bietet aber über Suppen und Vorspeisen, Salaten, Grillgerichten oder Köstlichkeiten aus dem Backofen sowie Nachspeisen genügend Auswahlmöglichkeiten. Die Entscheidung fällt nicht leicht, denn die Menübeschreibungen klingen interessant und lassen einem schon beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen. Nervenruh entschied sich nach einer Vorspeisenplatte mit frischem Fladenbrot für ein Gericht namens „Rozz Bil Al Sharya”, einem orientalischen Reisgericht mit gerösteten Fadennudeln, Nüssen und Rosinen, hausgemachter Soße und Lammfleisch. In Erwartung einer Art Reispfanne war die Überraschung groß, als eine Platte mit der Reismischung, eine Schale mit der Soße und ein tiefer Teller mit einer Lammhaxe serviert wurden. Die Zutaten waren gut ausgewählt, dezent gewürzt und sehr lecker. Danach war allerdings der Sättigungsgrad dermaßen hoch, dass die zunächst als Nachspeise anvisierten gefüllten Datteln beim besten Willen nicht mehr hineinpassten. Der Kellner spendierte noch ein Glas Tee und verabschiedete sich freundlich.

1 Kommentar:

Sara Mary Waldgarten hat gesagt…

Das ist schon eher etwas für mich/uns - da wir kein Fleisch essen. Bei uns hat ein arabisches Lokal aufgemacht. Bin gespannt.

Liebe Grüße und einen guten Rutsch in ein gesundes Neues Jahr!
Sara