Donnerstag, 19. November 2015

Bayrisch Kraut und Semmelknödel

Einen Krautskopf und Zwiebeln aus dem Garten, dazu ein paar Wacholderbeeren, Kümmelsamen, ein Lorbeerblatt und etwas gut durchwachsenen, geräucherten Speck sollte man schon haben. Brühe, Salz und Pfeffer sind sowieso immer parat. Für die ganz feine Note sorgen eine Prise Zucker, milder Weißweinessig, Gänseschmalz und die richtige Zubereitung nach dem aus alten Zeiten überlieferten Originalrezept. Kein Sauerkraut der Welt kann da mithalten. Der echte Bayer gönnt sich dazu gerne Schweinernes gekocht, gebraten oder verwurstet. Das muss aber gar nicht zwingend sein. Es ist nicht unbedingt nötig. Im Zeitalter der überhöhten Cholesterinspiegel ist es sogar ratsam, diese Zutaten zu wegzulassen.
Ein Paar deftige Semmelknödel reichen durchaus auch. Altes Weißbrot und die letzte frische Petersile der Gartensaison, ein sehr fein gehacktes, kleines Gemüsezwiebelchen, etwas Milch, Butter, Eier, Pfeffer, Salz und Muskat anständig miteinander vermischt, sorgfältig durchgeknetet, mit feuchten Händen zu Kugeln geformt und in heißem Wasser bei halb geöffnetem Deckel gegart ergeben die sättigenden, rustikalen Böller, die perfekt zum Kraut passen. Der Schwabe gesteht, dass er hin und wieder in vergangenen Zeiten auch mit Schupfnudeln oder Bauchstupferle gesündigt und damit einen Stilbruch begangen hat. Aber heute war er wirklich brav. Nur auf die Halbe Bier dazu wollte er nicht ganz verzichten. 

1 Kommentar:

garteninspektor hat gesagt…

Genau das, was ich für heute brauche!
Liebe Grüße
Dani