Samstag, 17. Januar 2015

Konnichiwa!

Herr Yoshihiko Tonami-Saji hat in Tokio russische Literatur studiert. Er kam nach Augsburg, um auch noch Deutsch zu lernen. Dann wollte er wieder zurück nach Japan. Es kam anders. Er blieb. Augsburg faszinierte ihn. Mit einem Bekannten aus seiner Heimat, einem Koch, eröffnete er 1991 das Japan-Restaurant Manyo. Welch ein Glück! Die Lokalität liegt etwas versteckt im Stadtteil Hochfeld. Typisch japanische Elemente prägen den Raum. Die Plätze sind rings um sogenannte „heiße Tische” gruppiert, auf denen der Koch vor den Augen der Gäste raffinierte Gerichte zubereitet. „Manyo” bedeutet „zehntausend Gedichte”.
Nervenruh schlug die Speisekarte auf und entschied sich sofort für 若菜コース, ein mehrgängiges Menü namens „Wakana”. Vor dem Essen wird den Gästen ein warmer, feuchter Lappen in die Hände gedrückt. Dann werden Schürzen umgebunden und die Getränke serviert. Nervenruh bestellte ein japanisches Bier der Marke „Sapporo”. Europäisches Essbesteck liegt nicht auf dem Tisch. Man isst mit Stäbchen. Die Eröffnung des Menüs trug den Namen „Tsukidashi”, eigentlich eine Bezeichnung aus dem Sumo, genauer eine der 82 Siegtechniken. Es war ein kleines Schälchen Gemüse, hauptsächlich Aubergine. Der zweite Gang, eine typisch japanische Vorspeise, hieß „Wafū zensai”. Hübsch auf einem Teller angerichtet fanden sich unter anderem Kraut, Rettich, Sojakeime mit Hühnerfleisch, Eierstich und Sojabohnen.
„Tsukune to okara-dango no kushiyaki” sieht fast aus wie Eis am Stiel, es handelt sich dabei jedoch um warme Spießchen mit zum einen Hühnerfleischpastete, zum anderen mit Okrabällchen, die der Koch auf dem heißen Tisch anrichtet. Der nächste Zwischengang ist ein gemischter Salat auf japanische Weise, „Sarada” genannt. Alle Gerichte schmecken weder besonders scharf noch exotisch, weder aufdringlich noch fremd, sondern frisch und interessant. Die Zubereitung sowie die Zutaten jeder Speise sind optimal.
Als Hauptmenü, „Gyokai no toriawase matawa gyū-hire” genannt, werden zwei verschiedene Speisen angeboten. Man hat die Möglichkeit, beide Gerichte zu nehmen oder sich für eines zu entscheiden. Zur Auswahl stehen Meeresfrüchte bestehend aus Lachsfilet, Weißfisch, Riesengarnele und Jakobsmuscheln oder ein Rinderfiletsteak, das ganz nach Wunsch rare, medium oder well done serviert wird. Dazu gibt es gebratene Sojabohnensprossen und Gemüse. Natürlich darf gedämpfter Reis nicht fehlen, der als „Gohan” eigens auf der Karte aufgeführt ist. Danach schmeckt ein Kännchen Sencha, ein grüner Tee mit markantem und frischem Geschmack. Zur Zubereitung der Nachspeise, „Aisukurimu no Teppan-Yaki”, einem flambierten Vanilleeis mit fruchtiger Soße, läuft der Koch, der nicht nur durch sein Geschick und Können sowie seiner professionellen Kochkunst, sondern auch durch seine witzigen Showeinlagen zu überzeugen wusste, noch einmal zur Hochform auf: Er holt Spielzeug-Feuerwehrautos aus seinem Schrank und setzt mit Tatütata den heißen Tisch in Flammen.

1 Kommentar:

Magia da Inês hat gesagt…

⋰˚هჱܓ
Nunca fui em um restaurante japonês, mas esse parece muito interessante, cardápio light.
Ótima semana!
Muita paz e muita luz!
Beijinhos do Brasil.
⋰˚هჱ✿⊱·.