Sonntag, 21. Dezember 2014

Geschenkartikel

Das private Schenken ist auf eine soziale Funktion heruntergekommen, die man mit widerwilliger Vernunft, unter sorgfältiger Innehaltung des ausgesetzten Budgets, skeptischer Abschätzung des anderen und mit möglichst geringer Anstrengung ausführt. Wirkliches Schenken hatte sein Glück in der Imagination des Glücks des Beschenkten. Es heißt wählen, Zeit aufwenden, aus seinem Weg gehen, den anderen als Subjekt denken: das Gegenteil von Vergesslichkeit. Eben dazu ist kaum einer mehr fähig. Günstigenfalls schenken sie, was sie sich selber wünschten, nur ein paar Nuancen schlechter. Der Verfall des Schenkens spiegelt sich in der peinlichen Erfindung der Geschenkartikel, die bereits darauf angelegt sind, dass man nicht weiß, was man schenken soll, weil man es eigentlich gar nicht will. Diese Waren sind beziehungslos wie ihre Käufer. 
Text: Theodor W. Adorno (aus „Minima Moralia”, 21. Aphorismus, 1951), Bild: René Magritte (aus „Die persönlichen Werte”, 1952).

Kommentare:

Magia da Inês hat gesagt…



As doações ao próximo deveriam obedecer ao ensinamento de Jesus: ao que tem fome e sede de justiça, ao que está enfermo, ao que necessita de acolhimento e misericórdia, ao que necessita de cuidados e cura para o corpo e para o espírito!...
Somente isso pode salvar o mundo de suas mazelas... a caridade.

FELIZ NATAL!!!
✿╯BOAS FESTAS!!!
╰✿╮

kojie hat gesagt…

wow mamtabs