Dienstag, 18. November 2014

Mickhausen

Mickhausen liegt etwa 25 Kilometer von Deuringen entfernt im südlichen Teil des Naturparks Augsburg Westliche Wälder, den Stauden. Nahezu jedem, der in den 1960er-Jahren in Augsburg zur Schule gegangen ist, dürfte die Ortschaft ein Begriff sein, denn dort befand sich ein Schullandheim, in dem jeder über kurz oder lang mit seinen Klassenkameraden oder Zeitgenossen aus Vereinen und sonstigen Organisationen landete. Täglich waren ausgedehnte Wanderungen durch das hügelige Land, endlose Wälder und weite Fluren, über Stock und Stein oder entlang geschlängelter Bachläufe angesagt.
Das Schullandheim lag in unmittelbarer Nähe zur katholischen Pfarrkirche Sankt Wolfgang. Der nachgotische Bau in Hanglage am südlichen Ortsrand wurde ab 1535 im Auftrag Anton Fuggers als Nachfolgebau einer Kapelle, die 1507 in der Nähe des Schlosses angelegt worden war, errichtet. Ab 1683 veranlasste Paul Graf Fugger einen aufwändigen Innenausbau, 1755 ließ Johann Ludwig Fugger die Kirche erneuern, eine größere Restaurierung wurde in den Jahren 1945 und 1946 durchgeführt. Das dreijochige Langhaus wird vom ummauerten Gemeindefriedhof umgeben. Den Abschluss des hohen Turmes bildet ein steiles Satteldach.
Auf einer Anhöhe, nicht weit davon entfernt, liegt die 1685 errichtete Herrgottsruhkapelle, die früher als Geisterkapelle verschrien war und lange Zeit einen zweifelhaften Ruf genoss. Man redete über Gespenstererscheinungen und Spuk. Das heruntergekommene Bauwerk diente für Mutproben um Mitternacht und sorgte regelmäßig für Gänsehaut. Nach der Gründung des Fördervereins Herrgottsruhkapelle Mickhausen e.V. wurde das schwäbische Kleinod von 2011 bis 2013 einer Generalsanierung unterzogen und zeigt sich nun als prachtvolles Schmuckstück.
Das Renaissanceschloss an der Hauptstraße befindet sich in einem vernachlässigten Zustand. Es ist verlassen, unbewohnt und unbesucht. Vielleicht schläft dort Dornröschen. Der Besitzer will das 1535 errichtete, renovierungsbedürftige Baudenkmal für 698.000 Euro verscherbeln. Dafür bietet er 6.682 Quadratmeter Grund, 2.000 Quadratmeter Wohnfläche und 60 Zimmer, die sich alle nach außen richten und durch die innen liegenden Gewölbegänge leicht erreichbar sind. Die geschichtsträchtige Vierflügelanlage mit Kapelle umgibt ein naturbelassener, wilder Park mit großen, alten Eichen, Kastanienbäumen und Linden. Interessant: Ein Schreiben der Bayerischen Landesbrandversicherung aus dem Jahr 2011.
Außerhalb der Ortschaft befindet sich die Mickhauser Alm, ein Ausflüglerlokal, dessen Bekanntheitsgrad weit über die Stauden hinausreicht. Wenn die Gaststätte geöffnet ist, werden Speisen der bayerisch-alpenländischen Küche, saisonale Spezialitäten, Brotzeiten sowie Kaffee und Kuchen angeboten. Mehrere Rad- und Wanderwege führen hier vorbei. Die Aussicht von dort oben ist grandios. Der Blick schweift über die typisch schwäbische Hügellandschaft der Stauden und Mickhausen im Tal. Bei schönem Wetter sind am südlichen Horizont die Alpen zu erkennen.
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1 Kommentar:

Magia da Inês hat gesagt…

♪♬° ·.
Lugar lindo, natureza exuberante, monumentos de arquitetura maravilhosa... devia ser turístico!!!

Bom sábado!
Bom domingo!
Beijinhos do Brasil.♪° ·.
♪♬♫° ·.