Sonntag, 5. Oktober 2014

Stangenbohnen

Im Frühjahr, nach den Eisheiligen, pflanzte Nervenruh Stangenbohnen. Die einjährigen Gewächse windeten sich entgegen dem Uhrzeigersinn um die aufgestellten Stützen und darüber hinaus. Die Sprosse können bis zu vier Meter in die Höhe wachsen. Während der Blütezeit zeigte sich, dass zwei verschiedene Sorten gesetzt wurden: Zum einen Weiße Bohnen, zum anderen rote Feuerbohnen. Seit Monaten wird immer wieder geerntet. Nun, da sich das Gartenjahr dem Ende zuneigt, wird die Ausbeute zwar immer spärlicher, doch ein Eimer voll der gesunden Hülsenfrüchte sprang noch heraus. Die Schoten waren bis zu dreißig Zentimeter lang.
Die grünen Schalen waren faserig - „spriezlig” wie die Schwaben dazu sagen - und eigneten sich nicht mehr zur Verwendung als Brech- oder Schnittbohnen. Die dicken Kerne im Inneren jedoch waren der Grund, weshalb Nervenruh mit der letzten Bohnenernte so lange wartete. Nun zeigte sich wieder der Unterschied zwischen den beiden gepflanzten Sorten: Die Kerne waren zum einen weiß, zum anderen rötlich gesprenkelt und hübsch anzusehen wie Edelsteine.
Nervenruh kochte ein Süppchen nach einem türkischen Rezept, das eigentlich für getrocknete weiße Bohnenkerne gedacht ist. Es gelang aber auch wunderbar mit dem bunten Gemisch, das erst einmal in Salzwasser köchelte. Währenddessen wurden gehackte Zwiebeln und Knoblauch in Butter gedünstet. Dann kamen die Bohnenkerne zum Abtropfen in ein Sieb, wurden mit gewürfelten Tomaten und milden sowie scharfen Peperoni dazugegeben, mit Brühe abgelöscht und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Nach etwa einer dreiviertel Stunde war die feurige Bohnensuppe fertig. Stilecht wird sie mit Pul Biber und Reis serviert.

1 Kommentar:

Krautl hat gesagt…

Huhu, Nervenruh...

liest sich sehr lecker,
werde ich nachkochen :-)

Viele liebe Grüße. ..