Sonntag, 27. Juli 2014

Schloss Kaltenberg

Das Schloss wurde ursprünglich 1292 durch Rudolf I., Herzog von Oberbayern und Pfalzgraf bei Rhein, erbaut. Nach einer langen, ereignisreichen Geschichte, in der das Bauwerk mehrmals zerstört und wieder aufgebaut wurde, liegen die Wurzeln der gegenwärtigen Anlage hauptsächlich im 19. Jahrhundert, als ein Umbau in Auftrag gegeben wurde. Der Kernbau des Westflügels stammt im Wesentlichen bereits aus dem 17. Jahrhundert. Neben dem Tor fällt besonders der neugotische Bergfried mit seinen vier Ecktürmen ins Auge. Seit 1954 befindet sich das Schloss im Besitz der Wittelsbacher. Mit seiner Familie wird es von Luitpold Prinz von Bayern, dem Urenkel des letzten bayerischen Königs Ludwig III., bewohnt. Außerdem dient es als Veranstaltungsraum und beherbergt zwei Restaurants. Seit 1876 wird hier Bier gebraut. Noch heute beherbergt Schloss Kaltenberg einen Teil der Braustätten der König Ludwig Schlossbrauerei. 100.000 Hektoliter Bier verlassen pro Jahr das Gelände. Vor dem Hauptschloss liegt ein großer Gutsbezirk mit schlichten Wohn- und Wirtschaftsbauten. Das Gelände ist dicht bewaldet.
Großen Bekanntheitsgrad erlangte Schloss Kaltenberg durch die alljährlich stattfindenden Ritterturniere, die von Prinz Luitpold im Jahr 1979 ins Leben gerufen wurden. Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Veranstaltung zum größten Ritterturnier der Gegenwart. In einer eigens dafür errichteten Arena, die nahezu 10.000 Zuschauer fassen kann, treffen Artistik und Klamauk, Kunst und Kitsch, Historisches und Pseudomittelalterliches völlig unverkrampft aufeinander. Die hohe Anzahl der Mitwirkenden, die Kostüme, die Choreografie und die Musik sorgen für ein unglaubliches Brimborium. In Zusammenarbeit mit einer professionellen Stunttruppe, deren Darsteller mit ihren speziell geschulten Pferden auch im internationalen Filmgeschäft zum Einsatz kommen, wird eine in eine Rahmenhandlung eingebettete Show aufgeführt, die den Kampf Gut gegen Böse thematisiert.
Vor und nach dem Spektakel wird auf mehreren Bühnen rund um das Schlossgelände ein umfangreiches Rahmenprogramm dargeboten. Musiker, Tänzer, Jongleure, Geschichtenerzähler, Hexen, Hofnarren, Wahrsagerinnen und vieles mehr sorgen für ein quirliges Drumherum. Auf dem Markt findet man lebende Werkstätten, die mittelalterliche Handwerkskünste präsentieren: Schwammklöppler, Plattner, Köhler, Böttcher, Gerber oder Seifensieder - allerhand Zünfte, die längst in Vergessenheit geraten sind. Natürlich gibt es auch einiges zu konsumieren: Das gute Kaltenberger Bier, Met und Wein, Wildschweinrippen, Sau im Brot oder Ochsenzupfen, deftige und süße Knödel sowie anderes für Leib und Seele. Außerdem Trinkhörner, Schmuck, historische Gewänder, Waffen, Rüstungen und Musikinstrumente.
Es es ist zu viel geboten, um hier alles aufzuzählen. Für denjenigen, der sich eine - zugegeben nicht ganz billige - Eintrittskarte leistet, ist ein unvergesslicher Tag und ein großes Erlebnis garantiert.
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Kommentare:

claudl_78 hat gesagt…

Die Ritterspiele sind auf jeden Fall mal ein Erlebnis wert. Der geschichtliche Hintergrund ist ebenso nicht uninteressant und sollte bei dem Spektakel nicht in Vergessenheit geraten.

Nervenruh hat gesagt…

Nervenruh spendet mächtig Handgeklapper!

Kath rin hat gesagt…

Das klingt ja richtig interessant! Ritterspiele besuche ich eigentlich auch ganz gerne, aber im Moment fehlt sowohl die Zeit als auch die Möglichkeit.

LG kathrin