Sonntag, 1. Juni 2014

Rodrigo Y Gabriela

Die Meister der akustischen Gitarren Rodrigo y Gabriela haben ihr neues Album „9 Dead Alive” genannt und kürzlich veröffentlicht. Aufgenommen und produziert in ihrem Studio in Mexiko, ist jeder Song eine Hommage an eine bereits verstorbene Persönlichkeit, deren Worte und Taten bis ins 21. Jahrhundert nachhallen. Bis zurück ins 12. Jahrhundert geht dabei die Suche von Rodrigo y Gabriela nach bedeutsamen Menschen in der Geschichte. Angefangen mit Eleanor von Acquitaine (1122 - 1204) über Viktor Frankl (1905 - 1997) wird die Liste der Persönlichkeiten vor allem bei denjenigen einen Aha-Effekt auslösen, die die Leidenschaft des Duos für Menschenrechte, Literatur, Geschichte und Philosophie teilen. Seit über 15 Jahren spielen Rodrigo Sanchez und Gabriela Quintero gemeinsam Gitarre. Ihren Anfang nahm die Erfolgsgeschichte der beiden in ihrer Heimat Mexiko, wo sie als Mitglieder der Trash-Metal-Band „Tierra Acida” harte Töne anschlugen. Nach Auflösung der Band suchten die beiden nach neuen Herausforderungen und buchstäblich neuen Ufern. So machten sie sich Ende der 90er mit zwei Akustikgitarren im Gepäck auf den Weg nach Europa, genauer nach Dublin, wo sie in stickigen Pubs, kleinen Restaurants oder auf den Straßen der Stadt die Menschen mit ihrer ungewöhnlichen Fusion aus lateinamerikanischen Rhythmen, Jazz, Metal, Rock, Flamenco und Salsa zum Staunen brachten. Die beiden Musiker bedienen sich dabei verschiedener Techniken. Während die quirlige Gabriela locker aus ihrem rechten Handgelenk die vertracktesten Rasgueados und Golpes schleudert, bearbeitet Rodrigo sein Instrument mit einem Plektrum. Das geschieht bisweilen in einer atemberaubenden Geschwindigkeit - zu schnell für das menschliche Auge, doch trotzdem farbig und fein nuanciert zwischen harten und weichen Tönen, Staccato, Staccatissimo, Legato, Détaché und Portato. Äußerst interessantest ist dabei der perkussive Einsatz der Gitarren. Der Auftritt des Duos im Backstage (Werk) München am vergangenen Freitag war wirklich eine außerordentlich faszinierende Vorstellung! 
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1 Kommentar:

hb hat gesagt…

Jawohl. Ich hab die Platte (Vinyl natürlich ;-)) seit ein paar Wochen und bin schwer begeistert. Ich bin zufällig auf Bandcamp über die beiden gestolpert. So ziemlich das Mitreißendste, was derzeit auf akustischen Gitarren geboten wird.