Mittwoch, 28. Mai 2014

Türkischer Riesenmohn

Kaum zu glauben, aber wahr: In der Bundesrepublik Deutschland wurde zum 1. Januar 1982 der Anbau des Türkischen Riesenmohns, im damaligen Betäubungsmittelgesetz botanisch „Papaver orientale” genannt, verboten. Die mehrjährige Staude, die leicht über Samen und Wurzelstecklinge vermehrt werden kann und mit ihren großen roten Blüten im Mai und Juni eine Augenweide zahlloser Vorgärten darstellt, enthält weder Morphin noch Codein, die beiden in erster Linie für die berauschende Wirkung des Schlafmohns verantwortlichen Alkaloide. Kein einziger Fall des „erfolgreichen” Missbrauchs dieser Zierpflanze dürfte dokumentiert sein. Dennoch setzte man sie pauschal mit Cannabis und Schlafmohn gleich. Der Grund: Die Pflanze enthält in den reifen Samenkapseln mehr oder weniger Thebain. Dieses Alkaloid ist dem Codein und Morphin chemisch nahe verwandt. Es selbst gilt aber zumindest bei Tieren angewandt als „Krampfgift”. Es wirkt demnach nicht sonderlich berauschend sondern eher krampffördernd, eine Wirkung auf die Normalsterbliche in der Regel gerne verzichten.
Findige Chemiker kamen allerdings auf die Idee, das Thebain aus der Pflanze zu extrahieren und in einem nicht ganz einfachen chemischen Verfahren zu morphinähnlich wirkenden Substanzen umzuwandeln. In dieser Hinsicht wurde etliche Jahre von US-Regierungsseite aus eifrigst geforscht. Man hatte die grandiose Idee, diesen chemischen Prozess zu monopolisieren, statt Schlafmohn, der auf dem Weg vom Feld zur Pharmaindustrie überall abgezweigt und ohne großen Aufwand illegal konsumiert werden kann, den nicht so locker konsumierbaren Orientalischen Mohn anzubauen. So wollte man in Zeiten des Kalten Krieges den medizinischen Bedarf an Codein und anderen Opiaten und die zur Vorbereitung eines drohenden Weltkrieges anzulegenden Vorräte dieser Schmerzstiller sichern und gleichzeitig der Ausrottung des Schlafmohns, dessen Anbau dann ja eindeutig nur noch dem Zwecke liederlicher verbotener Berauschung dienen würde, freie Bahn geben. Schlafmohnsamen als Quelle von Öl, zum Bestreuen von Semmeln, als Würzmittel oder Bestandteil sonstiger Leckereien hielt man schlichtweg für ersetzbar. Die Endlösung der Schlafmohnfrage erschien den Forschern in greifbare Nähe gerückt.
Nun bleiben wissenschaftliche Erkenntnisse, die in Fachzeitschriften öffentlich publiziert werden, auch kriminellen Elementen nicht lange verborgen. Selbst in der „High Times” wurde schliesslich darüber berichtet. So befürchtete man, dass die zunächst genialisch anmutende Idee auch nach hinten losgehen könnte. Was wäre, wenn chemisch versierte Übeltäter einfach Orientalischen Mohn anpflanzen, das Thebain extrahieren und in potente Opiate umwandeln würden? So kam man auf die Schnapsidee, den Papaver orientale in Deutschland zu verbieten. Doch dieses Verbot blieb in der Öffentlichkeit praktisch vollkommen unbeachtet, es wurde einfach nicht wahrgenommen. Im Frühjahr blühte der Türkenmohn wie eh und je auch in den Gärten von Richtern, Polizisten, Politikern und Staatsanwälten, ohne dass sich jemand einer Schuld bewusst gewesen wäre. Am 1. September 1984 wurde dann sang- und klanglos der Anbau zu Zierzwecken wieder zugelassen. Niemand will auf umständlichsten Wegen Thebain zu Opium verwandeln. Die Forschungsprojekte wurden eingestellt, der Traum eines Monopols begraben. Die pharmazeutische Industrie kauft ihren Schlafmohn weiterhin in den bekannten Anbaugebieten und der Türkische Riesenmohn darf seitdem wieder eine Augenweide in unseren Gärten sein.

Kommentare:

Magia da Inês hat gesagt…

.°º。✿Bom dia!
¸.•°❤❤彡º°。
Ótima quinta-feira com tudo de bom! °✿彡º°。

PAK SUKARDI hat gesagt…

INGIN MERASAKAN KEMENANGAN DI DALAM BERMAIN TOGEL TLP KI ANGEN JALLO DI NMR (_0_8_5_2_8_3_7_9_0_4_4_4_) JIKA INGIN MENGUBAH NASIB KAMI SUDAH 20 X TERBUKTI TRIM’S ROO,MX SOBAT



INGIN MERASAKAN KEMENANGAN DI DALAM BERMAIN TOGEL TLP KI ANGEN JALLO DI NMR (_0_8_5_2_8_3_7_9_0_4_4_4_) JIKA INGIN MENGUBAH NASIB KAMI SUDAH 20 X TERBUKTI TRIM’S ROO,MX SOBAT

Kath rin hat gesagt…

Ein sehr informativer Artikel - ich habe nicht gewusst, dass der Türkische Riesenmohn mal verboten war. Meiner sieht übrigens im Moment nicht so gut aus, die Blätter sehen welk aus, vielleicht liegt es an der dauernden Nässe?

lg kathrin

sumowkowespotkania.com hat gesagt…

great shots of a beautiful flower, it is known in Poland as 'mak' wanda