Mittwoch, 8. Januar 2014

Haltenberg

Haltenberg ist ein Ortsteil der Gemeinde Scheuring im Landkreis Landsberg am Lech. Kilometerweit abgelegen vom eigentlichen Ort, verlassen und verwunschen liegt der Weiler auf der östlichen, oberbayerischen Seite des Flusses. Es kursieren allerhand Gerüchte über diesen Flecken der Erde: Alte und neue Geschichten über Zerstörungswut und Niedertracht, Legenden und Erzählungen von Spuk und Aberglauben.
Nicht die üblichen Verdächtigen regieren hier. Eine Dorfgemeinschaft stellt den Bürgermeister selbst, ist stärkste politische Kraft und besetzt alle wichtigen Schlüsselpositionen. So war es immer direkt am Steilufer des Lechs im berüchtigten Westerholz.
Am 9. Dezember 2004 stürzte ein Tornado ECR des Jagdbombergeschwaders 32 in dieses Waldstück. Die Maschine war kurz zuvor im 3,5 Kilometer entfernten Fliegerhorst Lagerlechfeld gestartet. Die Besatzungsmitglieder Eik von Zehmen und Konrad Huf kamen bei dem Absturz ums Leben. Am Unglücksort wurde ein Trauerkranz des Verteidigungsministers aufgehängt.
Am Ende der letzten Eiszeit, kurz nachdem im Alpenvorland die Gletscher aufgetaut waren, wurde diese eigenartige Gegend sofort besiedelt. Von der Steinzeit bis zu den Kelten, von den Römern bis zum Mittelalter legen Funde und Baudenkmäler Zeugnisse längst vergangener Zeiten ab. Ein alter Fluch liegt in der Luft.  
Viel ist nicht mehr zu sehen von den Ausgrabungsstätten, Siedlungen und Gräbern. Doch vor tausenden von Jahren aufgeschüttete Erdwälle neben der steil abfallenden Böschung lassen selbst für einen Laien die Größe der ehemaligen Keltenschanzen erahnen. Höhepunkt ist sicherlich die Burgruine, um die sich allerhand Sagen ranken... 
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