Sonntag, 8. September 2013

Plärrer

Der Augsburger Plärrer ist das größte Volksfest Schwabens. Im Gegensatz zum Münchener Oktoberfest, das erst seit 1810 stattfindet, kann er auf eine über tausendjährige Tradition zurückblicken. Seine Wurzeln liegen in den Dulten im alten Stadtgebiet. Die Freiluftmärkte waren Vergnügungsbetrieb, Kaufhaus und Bühne in Einem. Der Lärm war groß. Vom ständigen Geplärre der Budenbesitzer, Marktschreier, Bänkelsänger und Besucher wird auch der Name Plärrer abgeleitet. Nach zahlreichen Beschwerden trennte man 1878 die Schausteller von den Händlern. Die ruhigere Dult blieb in der Innenstadt, wo sie seit Langem zwischen Jakober- und Vogeltor abgehalten wird; der lärmende Plärrer kam auf den Kleinen Exerzierplatz, auf dem er zweimal pro Jahr stattfindet. Der Osterplärrer beginnt am Ostersonntag, der Herbstplärrer im Spätsommer. Das Fest dauert jeweils etwa zwei Wochen. Gut ist der Steckerlfisch, eine geräucherte Makrele vom Fischertoni, die mit Breze und Bier zum echten Schmankerl wird. Schlecht ist die Entwicklung der Bierpreise: Vor fünf Jahren kostete eine Mass des süffigen Gerstensaftes bereits 6,40 €, heute sind dafür schon stolze 7,60 € fällig, was einer Preissteigerungsrate von 18,75 Prozent entspricht. Die Bierzelte sind trotzdem gut gefüllt. Drei Runden im Riesenrad kosten 5 €. Die Aussicht von oben ist einzigartig. Die frisch gebrannten Mandeln sind zwar auch nicht ganz billig, aber zu gut, um einfach daran vorbei zu gehen. Heute endet die diesjährige Veranstaltung, die bei überwiegend angenehmer Witterung bestimmt über 600.000 Besucher auf das Gelände gelockt hat - und prompt regnet es. Der Plärrer ist aus. Der Himmel weint.

1 Kommentar:

Magia da Inês hat gesagt…

°º✿♫
°º✿ Olá, amiga!
º° ✿✿
Uma feira diferente e agradável.

Bom fim de semana!
Beijinhos do Brasil.
♫° ·.¸.•°♡♡♫° ·.