Freitag, 4. Januar 2013

Spaghetti

Der Spagat muss nicht immer ein turnerisches Kunststück sein. Ein Bindfaden tut's auch. Spago sagt der Italiener zu seiner Schnur. Spaghetti nennt er lange, dünne Schnürchen aus Hartweizen. Wenn er sie kocht, gibt er sie in viel Wasser. Pro einhundert Gramm findet er einen Liter optimal. Im Gegensatz zu den meisten Mitteleuropäern gibt der Italiener sehr viel Salz ins H2O. Auf Öl im Nudelwasser hingegen verzichtet er, denn es würde die Oberfläche der Spaghetti benetzen, wodurch sie dann die Soße nicht mehr gut aufnehmen könnten. Um zu verhindern, dass die Hartweizenschnürchen zusammenkleben, wird lieber von Zeit zu Zeit umgerührt.
Der Italiener kocht seine Spaghetti maximal al dente, sie müssen Biss haben, denn nach dem Abschütten garen die Nudeln noch etwas weiter. Das Abschrecken erspart sich der Südländer gänzlich. Abgesehen davon, dass die Spaghetti durch diesen Vorgang schneller erkalten, würde nur die Stärke weggespült werden, die jedoch dafür sorgt, dass die Soße richtig haftet. Lieber wird ein wenig Kochwasser mit in die Schüssel gegeben, um zu verhindern, dass alles verklebt. Oft werden die Nudeln schon vor dem Servieren mit der Soße vermischt.
„Die Gäste warten auf die Spaghetti und nicht umgekehrt,“ sagt der Italiener mit erhobenem Zeigefinger. Die Nudeln müssen frisch zubereitet sein. Am besten sollen die Spaghetti, die mit Bronzewalzen ausgewalzt wurden, schmecken. Das macht die Oberfläche schön rau, so dass die Soße besonders gut aufgenommen werden kann. Der Italiener wickelt seine Spaghetti am inneren Rand des Tellers mit der Gabel auf. Nicht jeder bekommt das hin, nimmt einen Löffel zu Hilfe und outet sich damit allerdings als ungeübter Nichtitaliener. Spaghetti vor dem Kochen zerbrechen oder auf dem Teller klein schneiden ist Tabu. Das geht wirklich nicht!

Kommentare:

Magia da Inês hat gesagt…

Isso é tudo de bom.


✿✿.¸¸.•´
BOM░░░º°✿░░░FIM DE✿º°░░░SEMANA!░░░

Beijinhos do Brasil.
·.¸.•♪♪

Merci hat gesagt…

Nein, das geht wirklich nicht! Ich brauche nur eine Gabel und natürlich Spaghetti, eine gute Soße und einen frisch geriebenen Käse. Leider habe ich viele Menschen kennen gelernt, die Spaghetti brechen, sie dachten, sonst bekommen sie die Nudeln nicht in den Topf. Einige davon konnte ich überzeugen und sie waren ganz erstaunt! Niemals würde ich Spaghetti brechen oder gar mit einem Messer zerschneiden! Das ist ein Frevel!

Rizal Uye hat gesagt…

mau dong resepnya