Sonntag, 13. Januar 2013

Mohammed Mrabet

Er kam etwa 1940 in Marokko, noch bevor die Geburtenregistrierung eingeführt wurde, im Rif-Gebirge zur Welt. Seine Eltern zogen nach Tanger, wo er mit seinen dreiundzwanzig Geschwistern aufwuchs. Statt in die Schule zu gehen, übte er sich im Vogelschießen und Fischen. Der Analphabet spricht Moghrebi, eine Sprache, zu der es keine Schrift gibt. Mitte der Sechzigerjahre erzählte er bereitwillig Geschichten auf ein Tonband, die aufgeschrieben, übersetzt und in vielen Sprachen und Schriften veröffentlicht wurden. Eine Story reiht sich an die andere. Es bleibt im Verborgenen, welche Passagen frei erfunden sind, welche der Realität entsprechen oder welche einen traditionellen Hintergrund haben. Bei Mohammed Mrabet gibt es keine Trennung zwischen der objektiven Wahrheit und dem, was wir Fantasie nennen. Seine Geschichten leben. Schmöker mal!

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