Mittwoch, 30. Januar 2013

Auf dem Weg zur Linde

Schafe sind Steppentiere. Sie suchen zwar gelegentlich Schutz vor stürmischen Niederschlägen, doch eine lange Zeit im Stall entspricht nicht ihrer Lebensart. Schafe müssen nicht vor Kälte geschützt werden. Nur die frisch geborenen Lämmer benötigen noch eine kuschelige Ecke. Schafe weiden auch im Winter. Kommen Hunde, Radler oder Jogger des Weges, geraten die Tiere leicht in Panik, rennen davon und finden nur langsam zur Ruhe zurück. 
Der Schäfer Sebastian Hurler wird den Sommer vor zweieinhalb Jahren wohl nie vergessen. Seinerzeit waren zwei Hunde in Neusäß ausgebüchst, kamen nach Deuringen und attackierten nachts seine eingepferchten Schafe nahe der Linde. Innerhalb von knapp vier Wochen wurden fast zwanzig Tiere gerissen. Einige mussten wegen ihrer schweren Verletzungen eingeschläfert werden. Der Halter der Herde vergisst die abgetrennten Gliedmaßen, die herausquellenden Gedärme und totgeborenen Lämmer wohl nie. Solche Bilder brennen sich unlöschbar ins Gedächtnis ein. 
Schafe sind scheue Fluchttiere. Sie stupsen zwar mit der Nase, wollen aber nicht gern am Kopf berührt werden. Man kann ihnen seine Hand anbieten. Schafe haben oft null Bock. Wer nicht gleich weggestoßen werden will, muss geduldig sein. Dann wird irgendwann die Gelegenheit kommen, richtig in die Wolle zu greifen.

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