Sonntag, 23. September 2012

Bananenanbau in Deuringen

Im Zuge der globalen Erderwärmung beschloss Nervenruh im April 2007 den Anbau von Bananen. Es gibt viele Sorten, doch es sollten Fruchtbananen sein, die auch in unserem Klima gut gedeihen können. So fiel die Wahl auf einen kleinen Ableger der japanischen Faserbanane (Musa Basjoo), die Angaben zufolge aus dem Norden Chinas stammt und angeblich selbst Temperaturen unter minus zehn Grad aushalten soll. Das Pflänzchen kam in einen großen Topf, wurde ständig gegossen und reichlich gedüngt. Es war schön anzusehen, wie es wächst. Nach dem ersten Frost froren die Blätter ab und der Topf kam ins Gewächshaus, das während besonders kalten Nächten mit Grablichtern leicht beheizt wurde. Trotzdem erfror der gesammte Stamm, die Knolle jedoch überlebte und trieb im Frühjahr wieder aus. Nachdem das Gewächs eine bestimmte Größe erreicht und einige Blätter gebildet hatte, wurde es ins Freiland verpflanzt. Dort erreichte es weit ausladend eine Höhe von über zwei Metern. Im Herbst wurde der Stamm der Staude an ihrem Platz belassen. Winterschutz bot eine präparierte Regentonne. Als dieser im Lenz entfernt wurde, war der Stamm zwar noch vorhanden, doch die Knolle im Erdreich war bis auf einen kleinen Deckel verschwunden. Wühlmäuse hatten sie aufgefressen. Um keine Zeit zu verlieren erstand Nervenruh eine neue Staude in entsprechender Größe, um nahtlos an die vergangenen Jahre anknüpfen zu können. Alles lief nach Plan. Nur der Wind zerfetzte ab und zu die wie Segel wirkenden Blätter, so dass die Musa Basjoo manchmal Ähnlichkeiten zu einem riesigen, überdimensionalen, vollkommen zerfledderten Wischmob aufwies. Doch unbeeindruckt trotzte sie jeder Witterung und wuchs weiter und weiter. Fruchtansätze waren in ihrem noch jungen Leben nicht zu erwarten. Das ganze Jahr über stand die Pflanze in einem im Freiland eingegrabenen Topf, der für die Überwinterung wieder ausgebuddelt und ins Gewächshaus gestellt wurde. Unterirdisch hatte sich eine wuchtige Knolle gebildet. Nach dem Winter wies sie wie in den vergangenen Jahren faulige Stellen auf, was bei entsprechender Behandlung und Beobachtung kein Problem darstellte. Aber Ameisen hatten sich eingenistet. Nervenruh grub das Rhizom aus, sprühte es mit einem scharfen Wasserstrahl ab und - Ameisen hatten bereits Höhlengänge angelegt - auch gründlich aus. Bei dieser Gelegenheit wurde ein Ableger entfernt. An einem anderen Platz gediehen das große Gewächs sowie sein eigens eingetopfter Nachkömmlich überraschend gut. Den Winter verbrachten beide unter Glas. Der Ableger überlebte wie das Pflänzchen, mit dem Nervenruh im Jahr 2007 begann. Die große Staude ging ein. Wiederum hatten sich Ameisen eingenistet und gaben der Pflanze den Rest. Die Situation war die gleiche wie vor fünf Jahren. Doch der folgende strenge Winter raffte auch den Letzten seiner Art dahin. Die Knolle treibt nie mehr aus, ist aber immer noch zu sehen und wird allmählich vom Gras überwuchert. Das Experiment ist vorerst gescheitert.

Kommentare:

rrhase hat gesagt…

Gut zu wissen. Ich hatte mir so eine Pflanze naemlich auch schon auf den plan geschrieben. Die werde ich wohl steichen.

Susanne hat gesagt…

Es gibt überhaupt keine globale Erderwärmung, es gibt nur Geo-Engineering!