Freitag, 24. August 2012

Partnachklamm

Die Wanderung begann am Skistadion in Partenkirchen. Dort befindet sich am Gudiberg die Große Olympiaschanze. Sie diente bereits 1921 als Austragungsort des Neujahrsspringens, wurde im Verlauf ihrer Geschichte mehrmals umgebaut, erhielt ihren heutigen Namen anlässlich der Olympischen Winterspiele 1936 und ist heute ein Austragungsort der Vierschanzentournee. Den Schanzenrekord hält gegenwärtig der Pole Adam Małysz mit einem Sprung über 129,5 Meter.
Etwa eineinhalb Kilometer vom Skistadion entfernt befindet sich der Eingang zur Partnachklamm. Wer den Weg nicht zu Fuß zurücklegen will, hat die Möglichkeit, in einer Kutsche mitzufahren. Der Eintritt zu einem der schönsten bayerischen Geotope kostet derzeit 3,50 Euro. Früher wurde oberhalb der Klamm Holz geschlagen und in die Partnach geworfen. Der Fluss transportierte das Holz abwärts durch die Schlucht nach Partenkirchen, wo es mit Hilfe einer Sandbank aus dem Wasser gefischt wurde. Dieser Vorgang nennt sich „Triften“. Während des Triftens kam es jedoch immer wieder dazu, dass sich Baumstämme in der engen Klamm verfangen haben. Diese mussten dann unter oft lebensgefährlichen Bedingungen befreit werden. Aus diesem Grund wurde 1886 ein Steig angelegt, der bald darauf auch von Touristen angenommen und genutzt wurde. Der Alpenverein begann 1910 aufgrund der immer stärker werdenden Besucherzahlen mit dem Ausbau der Wege. Dabei wurden unter extremen Belastungen sogar Tunnel in das Gestein getrieben. 1912 wurde der Ausbau beendet. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte wurde die Klamm auch für den Winter begehbar gestaltet und die Straße zur Klamm für den Fiakerbetrieb ausgebaut. Die Partnachklamm wurde bereits 1912 zum Naturdenkmal erkärt und 2006 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als Nationaler Geotop ausgezeichnet.
Der gut 700 Meter lange Weg durch die bis zu 80 Meter tief eingeschnittene Klamm führt durch dunkle Höhlen und düstere Stollen, über schmale Steige vorbei an tropfenden Felswänden, durch kühle, feuchte Luft und der aufgewirbelten Gischt des lautstark tobenden Wildwassers. Etwa auf halbem Weg ist in 68 Metern Höhe über dem Fluss die 1914 errichtete Eiserne Brücke zu sehen. Man erreicht sie in knapp einer halben Stunde nach Verlassen der Klamm. Der Pfad führt fast ununterbrochen bergauf und zweigt dann nahe der Wettersteinalm links ab. Von dort aus lässt sich die Schlucht auch von oben betrachten. Anschließend lädt das nahe gelegene Forsthaus Graseck auf eine kühle Radlerhalbe und einen deftigen Bayerischen Wurstsalat ein. Zum Abschluss ging es mit der Seilbahn hinab ins Tal und zurück zum Skistadion. Für die in gemächlichem Tempo zurückgelegte Strecke benötigten die ungeübten Bergwanderer inklusive der Pausen etwa fünf Stunden.
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Kommentare:

Joey hat gesagt…

Danke für die ausführlichen Information. Tolle Wandertour, hat bestimmt viel Spaß gemacht. Fantatischer Wasserfall. Bayern ist ein wunderschönes Bundesland.

Kathrin hat gesagt…

Wirklich tolles Bild!!

lg kathrin

Daniel hat gesagt…

Muss mich Kathrin anschließen.
Auch die Bilder im verlinkten Album sind toll. :D