Dienstag, 7. August 2012

Löwenzahn & Co.

Je nach Standort bedeutet der Löwenzahn eine hübsche Wildblume, eine geschätzte, mancherorts kultivierte Salatpflanze oder ein lästiges Unkraut, das wegen seiner Pfahlwurzel schwer zu bekämpfen ist. Der Löwenzahn ist ein sogenannter Zungenblütler. Aus dieser Unterfamilie der Korbblütler wurden außer Feldsalat alle Arten unserer Gartensalate gezüchtet. Milchsaft und leicht bitterer Geschmack bilden die gemeinsamen Merkmale. Bemerkenswerterweise leitet sich der Formenreichtum unserer Ernährungspflanzen aus nur zehn Pflanzenfamilien ab. Mit dem Unkraut bekämpfen wir oft die ungezähmten Verwandten unserer Nutzpflanzen. Viele Pflanzengäste des Gartens - meist ungebetene - können als Wildgemüse, Tees und Heilkräuter verwendet werden. Wer die Wildkräuter im Garten nur als Feinde ansieht, die den Kulturpflanzen Nährstoffe entziehen, tut ihnen Unrecht. Eine unbiologische Einstellung zum Unkraut führte sogar zu seiner Bekämpfung durch Gift. Man kann die Unkräuter als Botschafter des Gartenbodens deuten. Daraus, welche Arten erscheinen oder vorherrschen, liest der Kundige die Qualität der Gartenerde ab. Doch trotz dieser Freundlichkeiten für das Unkraut muss gesagt werden: Seine Bekämpfung im Garten macht eine Menge Arbeit. Wir können die Kulturpflanzen während der gesammten warmen Jahreszeit nicht sich selbst überlassen. Sie brauchen unsere Pflege, und wir müssen sie auch davor schützen, von Wildpflanzen bedrängt zu werden. Der gute Gartenboden ist natürlich auch für die Unkräuter ein verlockendes Angebot. Doch den allzu eifrigen Unkrautjägern sei gesagt, dass es nicht dafür steht, jedes aufkommende Unkraut im Keim zu ersticken, alle nicht angebauten Pflänzchen gleichsam in Einzelverfolgung zu erlegen. Einen solchen, im Sinne einer guten Ernte ungerechtfertigten Arbeitsaufwand wird man vielleicht nicht mehr betreiben, wenn man sich vor Augen führt, dass Unkräuter, solange sie nur als Randfiguren auftreten, wenig Nährstoffe brauchen und unseren Nutzpflanzen als Wettbewerber nur bei deren Heranwachsen gefährlich werden können. Man muss hier die Verhältnismäßigkeit von Schaden und den Aufwand, diesen Schaden abzuwenden, wirklichkeitsnah und nicht nur an der Ordnungsliebe orientiert einschätzen. Natürlich gilt es zu handeln, wenn Unkräuter massenweise auftreten und die Kulturpflanzen überwuchern. Aber das ist immer auch ein Zeichen für Fehler in der Düngung, der Bodenbearbeitung oder der Kulturfolge. Da heißt es dann, nicht nur das Unkraut, sondern auch das verursachende Übel an der Wurzel zu packen. Ein bisschen fremdes Grün an den Wegrändern oder sonstwo im Garten sollte mit Gelassenheit hingenommen werden.

Kommentare:

Blumenterrassenträumer hat gesagt…

Vor wenigen Wochen stand ich auch vor der Entscheidung, ob ich das ein oder andere Pflänzchen, was ich nicht selbst gesetzt habe, zu behalten oder rauszurupfen.

Letztendlich habe ich dann doch alle "Eindringlinge" beseitigt, da sie so schnell gewachsen sind, dass meine gesetzten Pflanzen kaum mehr eine Entfaltungschance hatten.

Merci hat gesagt…

Ein interessanter Artikel! Nur bin ich jetzt nicht schlauer als zuvor. Da ich immer noch zu den Neulingen zähle, frage ich mich, wie es andere Leute halten. Weißt Du etwas über Brandkalk? Mir wurde gesagt, wenn das Beet unkrautfrei ist und man in diesem Jahr nichts mehr anbaut, sollte man Brandkalk auf das Beet geben. Ich habe viel im Internet recherchiert aber nur widersprüchliche Meinungen gefunden.

Kathrin hat gesagt…

Sehr interessanter Artikel. Ich habe heute im Garten einige Löwenzahnpflanzen ausgerupft, mal sehen wie lange es dauert, bis sie wieder nachgewachsen sind.

Warum hast Du die Rezeptlinks gelöscht? Fand die wirklich klasse. Den Zucchini hat schlussendlich mein Freund gekocht...

lg kathrin