Donnerstag, 12. Juli 2012

Schwarzrotgelb

Deuringen war immer rot. Man erinnere sich an den März 1933 („Deuringen im März 1933“). Früher wohnten hier arme Leute. Bauern fanden schlechte Bedingungen vor. Arbeiter gingen hinunter nach Pfersee in die Textilfabriken. Später fand sich der Ort inmitten eines militärischen Übungsgeländes. Nur einer Verkettung glücklicher Umstände ist es zu verdanken, dass es Deuringen überhaupt noch gibt.
Die Zeiten haben sich geändert. Die Luft (es gibt hier weit und breit keine größere Industrie mehr - die Fabriken sind längst Pleite), die Nähe zur Stadt, die zu Fuß erreichbaren Wälder, die Landschaft und die Natur zogen die Menschen an. Das ließ die Grundstückspreise in die Höhe schnellen. So kam es, dass Zugereiste fast immer Reiche waren. CSU-Wähler. Das einstmals rote Nest wurde schwarz. Seit einigen Monaten wird Deuringen von einem Bürgermeister der Christlich Sozialen Union regiert. Und schon ist der Überwachungsdienst da. Selbst auf Plätzen, die seit der Bebauung des Terrains ununterbrochen beparkt wurden, gab es kürzlich gelbe Karten (siehe Bild oben). Sogar die europameisterschaftskundige, politisch eingelullte Bevölkerung hätte die Drohung auch ohne Warnung verstanden. Deuringen wird wieder rot. Aber diesmal auf eine ganz andere Art. Schöne neue Welt.

1 Kommentar:

Merci hat gesagt…

Die Welt ist im Umbruch und die Zeiten werden schlechter. Hier in unserer Gegend sind zum ersten mal die "Grünen" eingezogen. Ich denke, mit dieser Politik werden sie sich nicht lange halten. Wenn Merkel und Schäuble schon das Land verkaufen, dann ist nicht mehr viel zu machen! Außer ...... ;-)