Mittwoch, 20. Juni 2012

Blos koin Schdress

Es ist auch heuer wieder so: Erst geht im Garten alles zu langsam und dann plötzlich zu schnell. Der Regen und nun das schwüle, feucht-heiße Wetter tut den Pflanzen gut. Auch denen, die man eigentlich gar nicht will. Wenn sich Nervenruh jetzt nicht bald ranhaltet, wird ihm in kürzester Zeit alles über den Kopf gewachsen sein. Doch wenn Pflanzen und Erde nass sind, hat er keine Lust und es bringt auch nicht viel, wenn an jedem gerupften Hälmchen, an Spaten, Hacke und unter den Schuhsohlen dicke Erdklumpen hängen. Außerdem ist die Schneckenjagd zeitraubend genug. Wenn es hingegen heiß und trocken ist, wird die Arbeit im Garten mühselig und der Lehmboden hart wie ein Ziegelstein. Dann heißt es gießen, gießen, gießen. Dazu kommt, dass die Zeit knapp ist. Besonders wer als abhängig Beschäftigter tagtäglich seinen Dienst verrichtet, kann ein Lied davon singen.
Doch Stress beiseite. Nervenruh wird auch in diesem Jahr die Kurve kratzen. Wie immer. Erst im Spätsommer oder im Herbst wird's uferlos. Bis dahin jedoch sind „seine“ Pflanzen groß und stark und kaum noch unterzukriegen. Monate werden vergehen, bis der Winter wieder Ordnung ins Gestrüpp bringt.
Für heute reicht's erstmal. Noch schnell einen Bund Radieschen geerntet, in Scheibchen geschnitten, gesalzen und auf's Butterbrot gelegt. Dazu ein kühles Bier. Dabei jeden Windhauch genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen, zur Ruhe kommen, Energie tanken. Die Zeit still stehen lassen. Alles andere kann warten. Morgen ist auch noch ein Tag...

Kommentare:

Kathrin hat gesagt…

Bin ganz Deiner Meinung. Ich schaffe auch nicht immer alles rechtzeitig, was soll's, es tut ja niemanden weh. Bei mir beginnen sich die Tomaten schön langsam zu verselbstständigen, aber noch kämpfe ich dagegen an.

lg kathrin

Merci hat gesagt…

So ist eben das Leben der Freizeitgärtner! Wir hatten hier eine lange Trockenperiode und da hieß es eben gießen, gießen, gießen! Ich wurde mit einer reichen Erdbeerernte entschädigt und heute hat es glücklicherweise geregnet und ich habe mir ein eine Pause und Pils gegönnt. ;-)

Susanne hat gesagt…

Hört sich alles wunderschön an, besonders der Schlussatz. Nur der Hinweis auf deine Schneckenjagd trüben mir die Freude an deiner Idylle und lässt böses ahnen. Der aufmerksame Nervenruhbeobachter weiß welch Gräultaten sich da abspielen. ...Ich Spielverderberin ich...