Samstag, 19. Mai 2012

İstanbul 2012

Kein anderes Land der Erde hat Nervenruh so oft bereist wie die Türkei. In den vergangenen Jahrzehnten besuchte er hauptsächlich die Südküste zwischen Myra und Anamur mit kleineren Abstechern ins Landesinnere. So vergingen unendliche fünfunddreißig Jahre seit seiner letzten Visite in Istanbul. Damals - im Jahr 1977 - hielt er sich mehrere Monate dort auf und wurde fast schon heimisch. Nun war die Spannung groß, welche Veränderungen mittlerweile eingetreten sind.
Keine andere Stadt der Welt liegt auf zwei Erdteilen. Hier leben seit Jahrtausenden viele Kulturen nicht nur dicht nebeneinander, sondern gleichzeitig. Istanbul ist keine Brücke vom Okzident zum Orient. Istanbul ist ein Schmelztiegel.
Während Nervenruh früher per Automobil, Bahn oder Bus die Metropole erreichte, nahm er diesmal ein Flugzeug. Die Landung erfolgte auf asiatischer Seite auf dem Sabiha Gökçen Uluslararası Havalimanı.
Auf die europäische Seite gelangt man mit Shuttlebussen, die direkt vor dem Gebäude abfahren. Es ist ein Glück, wenn man am späten Nachmittag ankommt, den Bus nach Kadıköy nehmen kann, um von dort aus auf einem Linienschiff bei Sonnenuntergang den Bosporus zu überqueren.
Von Eminönü aus ging es zu Fuß weiter zum Hotel in der Piyerloti Caddesi nahe der Straßenbahnhaltestelle Çemberlitaş, zentral gelegen zwischen der Blauen Moschee und dem Großen Basar.
Istanbuler brauchen kräftige Schenkel und eine ausgeprägte Wadenmuskulatur. Die Stadt ist sehr hügelig und Nervenruh hatte jeden Abend hat das Gefühl, er sei mehr bergauf als bergab gegangen.
Wird man mit "yes please" und dem Hinweis "very cheap" angesprochen, weiss man, dass das Angebot für Touristen gilt und anderswo günstiger zu haben ist. Wer sein Geld nicht unnötig zum Fenster hinauswerfen will, sollte die Augen offen halten. Man kann in Istanbul gut und günstig leben.
Ein Wecker ist überflüssiger Ballast, verschlafen geht nicht. Jeden Morgen unterbricht lauter Verkehrslärm den geruhsamen Schlaf. Erstmal Çay, Ekmek, Sucuk, Ziegenkäse, schwarze Oliven, Tomaten und Gurkenscheibchen. Vielleicht noch ein Ei. Dann aber nichts wie raus.
Es geht kreuz und quer durch die Stadt: Sultan Ahmet, Sirkeci, Eminönü, Galata, Beyoğlu, Taksim, Beyazit, Topkapı, Aksaray. Zwischendurch eine Bosporustour: Mit dem Schiff nach Norden bis Anadolu Kavağı an der Mündung zum Schwarzen Meer. Ein andermal nach Süden zur größten der Prinzeninseln, Büyükada im Marmarameer. Das Fortkommen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ist einfach.
Istanbul ist im Vergleich zu früher viel sauberer, moderner und zivilisierter geworden. Ansonsten hat sich nicht viel geändert. Istanbul wird immer bleiben wie es ist: Eine magische Stadt!
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1 Kommentar:

Kathrin hat gesagt…

Ich kann Deinem Bericht nur beipflichten, meine beiden Besuche in Istanbul haben mir auch sehr gut gefallen. Die Metropole erreichte ich übrigens auch jedes Mal per Automobil :)

lg kathrin