Sonntag, 13. November 2011

Zahlensalat

Auch wenn sich in England hartnäckig ein Gerücht hält, das besagt, Rückennummern im Fußball seien erstmals am 25. August 1928 in den Spielen des FC Arsenal gegen Sheffield Wednesday und dem des FC Chelsea gegen Swansea City verwendet worden, sieht die Wirklichkeit anders aus: Bereits im Jahr 1911, also vor einhundert Jahren, kamen die Zahlen in Australien beim Spiel Leichhardt gegen HMS Powerful, beides Mannschaften aus Sydney, auf die Trikots. Ab 1912 wurde die Nummerierung bei allen offiziellen Wettbewerben des australischen Bundesstaates New South Wales sogar Pflicht. Im deutschen Fußball wurden Rückennummern erst zur Saison 1948/49 eingeführt.
Während früher die Rückennummer ein Hinweis auf die Position des jeweiligen Spielers war, herrscht heute ein heilloses Durcheinander an Zahlen. So trug der marokkanische Torhüter Zerouali - normalerweise ein Fall für die Eins - zwischen 1999 und 2002 beim schottischen FC Aberdeen die Null, der niederländische Schlußmann Jongbloed bei der WM 1974 die Acht, der argentinische Nationalkeeper Fillol bei der WM 1982 die Sieben. Eine kuriose Lösung war die 18 für Ivan Zamorano, den ehemaligen chilenischen Angreifer von Inter Mailand. Als seinerzeit Ronaldo zum italienischen Klub wechselte und unbedingt die bis dahin von Zamorano besetzte 9 haben wollte, wich der ehemalige Real-Star auf die 18 aus - allerdings ließ er den Zeugwart zwischen die Ziffern 1 und 8 ein kleines Pluszeichen nähen. David Beckham machte wie sein Vorbild Basketballspieler Michael Jordan die 23 zu seinem Markenzeichen. Der ukrainische Mittelfeldspieler in Diensten des FC Bayern, Anatolij Timoschtschuk, präsentiert schon seit seiner Zeit bei Zenit St. Petersburg die 44, Bixente Lizarazu trug ab 2005 die 69, Andreas Görlitz 2007 beim Karlsruher SC sogar die 77. Den Vogel schoss der Österreicher Andreas Herzog ab: Die Fifa gestattete ihm anno 2002 in einem Länderspiel auf seinem Laiberl die Zahl 100. Damit ist der Alpenmaradona der erste und einzige Fußballer, der jemals offiziell mit einer dreistelligen Rückennummer auflaufen durfte.

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