Donnerstag, 21. Juli 2011

Massaker

Schnecken sind Weichtiere mit länglichem Körper, zwei Fühlerpaaren am Kopf und vielfach einem Schneckenhaus auf der Rückenseite, die sich auf von ihnen selbst abgesonderten Spuren aus Schleim sehr langsam fortbewegen. Sie sind Ureinwohner, die Deuringen lange vor der Gründung des Obst- und Gartenbauvereins bereits besiedelt hatten.
Am Abend des 21. Juli 2011 tötete Nervenruh in seinem Garten unzählige der Eingeborenen. Dieses Massaker sollte den letzten Widerstand der widerlichen Schleimer gegen tadelloses, liebevoll angepflanztes und gepflegtes Obst, Gemüse und Zierpflanzen brechen. Vorausgegangen waren Fraßspuren an Salat, Zucchini, Bohnen und Dahlien. Das massenhafte Auftauchen der schleimigen Weichtiere wurde von Nervenruh als Bedrohung aufgefasst und als potentiell gefährlich angesehen. Am Tag des Massakers wurden die Schnecken zunächst informiert, dass sie ab sofort das Anknabbern der Kulturpflanzen einzustellen hätten. Unzufrieden mit dem Ergebnis, begann Nervenruh, die Verstecke der Schädlinge aufzuspüren. Er holte seine Schere heraus und begann die Schnecken, ganz gleich ob sie eine derjenigen war, die seine Gewächse schädigte oder auch nicht, zu zerschneiden. Es hat reichlich Zeit für schnelle und entschiedene Maßnahmen gegeben, die dieses Desaster verhindert hätten. Nervenruh erklärte, dass die Sicherheit der Gartenpflanzen von der totalen Auslöschung der Schnecken abhängt. Nachdem wir ihnen jahrhundertelang Unrecht getan haben, sollten wir diesem noch ein weiteres Unrecht folgen lassen und diese ungezähmten und unzähmbaren Kreaturen vom Angesicht der Erde wischen. Andernfalls können wir erwarten, dass die kommenden Jahre genau so voller Schwierigkeiten mit den Schnecken sein werden wie die vergangenen. Nur eine tote Schnecke ist eine gute Schnecke.
(In Anlehnung an einen Bericht über das Massaker bei Wounded Knee anno 1890)

Kommentare:

Kathrin hat gesagt…

:) lustiger Text, allerdings finde ich, dass der Schaden vorwiegend von Nacktschnecken aus Spanien verursacht wird. Häuslschnecken sind harmlos. Hoffentlich hast Du keinen Tigerschnegel getötet, dieser steht unter Naturschutz.

lg kathrin

[Iro] hat gesagt…

Hier auf den Kanaren sind die Schnecken nicht so das Problem... aber die Raupen. Meine Freundin dachte sich: die sind sooo schön grün, da mache ich mir Schmetterlinge draus... Es waren Motten ;)

Elke hat gesagt…

Hihi, witzig geschrieben.
Ich mache es auch so, immerhin kein Gift. Hat anfangs Überwindung gekostet, aber mittlerweile kann ich mit der Schere umgehen, ohne mit der Wimper zu zucken.
VG
Elke

Mary hat gesagt…

Du Schneckenmörder!

Mario hat gesagt…

Danken for the Kommentare. I think that Italian sweets are fantastic, too. Indeed, all sweets are our friends!

Merci hat gesagt…

Wir haben auch massig Schnecken aber ich kann sie einfach nicht töten! Ich sammle sie und bringe sie weit weg.

Kann man die nicht an Hotels verkaufen? Soll doch eine Delikatesse sein?!

Susanne hat gesagt…

Ich finde so komisch, dass du das machst, aber auch das du dann davon berichtest. Ich finde das ist nichts, weswegen man sich rühmen sollte und was man als Information oder als Gartentipp an Menschen weitergeben muss/sollte!!

Chaosgarten hat gesagt…

Ich kann mich Kathrin nur anschließen, die Gehäuseschnecken sind harmlos und richten keinen nennenswerten Schaden an, Tigerschnegel fressen sogar die Eier der fiesen Nacktschnecken.

Wenn man schon einen biologischen bzw. mechanischen Ansatz bei der Schneckenbekämpfung wählt, sollte man dann auch differenzieren.