Freitag, 1. April 2011

April, April!

Es gibt den alten Brauch, jemanden am 1. April in den April zu schicken, indem man entweder einen unmöglichen Auftrag erteilt (zum Beispiel „Gehe doch in den Supermarkt und kaufe Gockeleier“), eine Bemerkung macht, die gar nicht stimmt („Du hast ein Loch in der Hose“) oder seine Mitmenschen anderweitig hinters Licht führt („Die CSU wird ökologisch“). Wenn der Andere darauf hereingefallen ist, sagt man: „April, April!“ und lacht aus Schadenfreude darüber. Warum dieser Brauch ausgerechnet am 1. April stattfindet, ist nicht genau belegt. Es gibt viele Erklärungen. Womöglich gehen die Ursprünge auf den Augsburger Reichstag anno 1530 zurück, auf dem neben dem Religionsstreit auch das Münzwesen neu geregelt werden sollte. Aus Zeitmangel - die protestantischen Fürsten überreichten Kaiser Karl V. ihr Glaubensbekenntnis - wurde für den 1. April 1530 ein eigener Münztag einberufen. Dieser war das Ziel zahlreicher gewinnträchtiger Spekulationen. Als der 1. April dann aber endlich kam, stellte sich heraus, dass der angekündigte Münztag doch nicht abgehalten wird. Es kam zu einer finanziellen Krise, dem Börsencrash des 16. Jahrhunderts. Die Mehrzahl der Spekulanten, die dadurch ihr Geld verloren, wurden als angeführte Narren ausgelacht. Sie waren in den April geschickt worden.

1 Kommentar:

Organikaceh hat gesagt…

Nice posting, greeting from Aceh.
Happy nice day.