Donnerstag, 20. Januar 2011

Schwäbisches Volkskundemuseum

Im Schwarzachtal, an der Wegstrecke von Gessertshausen nach Waldberg, liegt die Zisterzienserinnenabtei Oberschönenfeld. In den ehemaligen Wirtschaftsgebäuden der Abtei betreibt der Bezirk Schwaben seit 1984 das Schwäbische Volkskundemuseum Oberschönenfeld, ein regionales Schwerpunktmuseum, das in anschaulicher Weise das alltägliche Leben der Bevölkerung Bayerisch-Schwabens in den letzten 200 Jahren zeigt. Dauerausstellungen präsentieren Geschichte und Kultur, Leben und Arbeiten des Alltags im ländlichen Raum mit überlieferten Sachzeugnissen, ergänzenden Fotos und erläuternden Texten. Regelmäßige Sonderausstellungen vertiefen und erweitern die Themen.
Die Schwäbische Galerie präsentiert in Wechselausstellungen Werke zeitgenössischer Künstler. Der Dialog zwischen Künstlern und Publikum erhält dadurch neue Impulse und fördert die Begegnung mit den künstlerischen Kräften der Gegenwart im traditionsreichen Umfeld.
Wechselausstellung bis 30. Januar: „Von wegen Heilige Nacht! Weihnachten in der politischen Propaganda“. Einen Weihnachtsbaum geschmückt wie zu Großmutters Zeiten – diesen Wunsch wollten Rita Breuer und ihre Tochter Dr. Judith Breuer ihrer Familie gerne erfüllen. Bei der Suche nach altem Christbaumschmuck wuchs die Neugier auf alles, was Weihnachten in früheren Zeiten dokumentierte: Weihnachtskarten, Christbaumständer, Dekorationen und vieles mehr. Doch manche Funde wollten gar nicht zu dem gewohnten Bild von Weihnachten passen. Feldpostkarten mit Motiven von Handgranaten, Christbaumschmuck in Form von Soldaten oder auch Weihnachtskalender, in denen viel von „Bluterbe, Ahnen und Sinnzeichen“ die Rede war, sorgten zunächst für Verwunderung. Schon bald entdeckten die Sammlerinnen, dass diese Funde nicht nur einzelne Geschmacklosigkeiten oder Kuriositäten darstellten. Vielmehr handelt es sich um höchst geschickte „Verpackungen“, die der Verschleierung der eigentlichen Absichten dienten, nämlich der Manipulation von Menschen: Seitdem sich das Weihnachtsfest im 19. Jahrhundert zum bürgerlichen Familienfest entwickelt hatte, wurde es immer wieder zur politischen Propaganda missbraucht. Die Ausstellung thematisiert mit zahlreichen Objekten wie Adventskalendern, Christbaumschmuck, Krippen und vielem mehr das Weihnachtsfest in verschiedenen Epochen. Sie beginnt mit dem Ersten Weltkrieg, mit Soldatenfeiern an der Front und mit der Militarisierung des Kinderzimmers durch entsprechende Spielsachen. Die 1920er-Jahre präsentieren den Gegensatz zwischen Arm und Reich, zwischen „weißen Bäumen“ mit kühlem Silberschmuck und hungernden Menschen. Einen großen Teil der Ausstellung nimmt das Thema „Weihnachten im Nationalsozialismus“ ein: Die Nationalsozialisten versuchten, das christliche Fest zur „völkischen“ Sonnenwendfeier umzufunktionieren, zum Beispiel mit „Sinngebäck“, mit „Schimmelreiter“ statt Nikolaus, mit Lichtersprüchen und mit Mutter-und-Kind-Kult. Der Zweite Weltkrieg erhielt besondere Betonung durch den Mythos der „Soldatenweihnacht“ und das notgedrungen einfache Weihnachtsfest an der „Heimatfront“. Einen weiteren Ausstellungsbereich bildet die Weihnachtszeit im „Kalten Krieg“: Sie ist geprägt von „Päckchen für drüben“ und „garstigen Weihnachtsliedern“ der 1968er-Bewegung, aber auch den „Jolkafeiern“, dem „Großväterchen Frost“ und der „Jahresendfigur“ in der DDR. Schließlich macht weihnachtliches Propaganda-Material aus dem Umfeld rechtsextremistischer Kreise deutlich, wie aktuell das Thema bis heute ist. Dauerausstellung im 1. Obergeschoss: „Vom Wohnen auf dem Land“. Die ständige Ausstellung führt in Stube, Stubenkammer, Kammer und Küche eines bäuerlichen Haushalts in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie ermöglicht in exemplarischer Weise am Beispiel eines Anwesens aus Neuburg/Kammel Einsichten in die Wohnweise in kleinen und mittleren Höfen. Darüber hinaus werden die sozialen Beziehungen aller, die zur Hausgemeinschaft gehörten, ihre Tätigkeiten und die kulturellen Ordnungen deutlich, in die ihr Leben eingebunden war. Ein Schwerpunkt der Darstellung ist die Tätigkeit der Bäuerinnen im Haushalt bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts, als ein großer Teil der Nahrungsmittel noch aus eigener Produktion stammte. Anschauliche Filme zur Hausschlachtung und zum Brotbacken ergänzen die Ausstellung.
Dauerausstellung im 2. Obergeschoss: „Bräuche durchs Jahr – Feste im Leben“. Inszenierungen und aussagekräftige originale Objekte veranschaulichen Bräuche des Lebenslaufs von der Hochzeit über die Geburt bis zum Tod. Viele Bräuche sind auch im Jahreslauf fest verankert. Dies sind einerseits die Festtermine des Kirchenjahres wie zum Beispiel Weihnachten, Ostern, Kirchweih und Wallfahrtstermine. Andererseits bieten auch weltliche Termine Anlässe für Bräuche, zum Beispiel der 1. Mai und der Muttertag, der erst in den 1920er Jahren bei uns entstand. Die Einbindung der Objekte in die Lebenszusammenhänge der Menschen verdeutlicht vergangene Denk- und Lebensweisen und bezeugt die enge Verzahnung von Glaube und Alltag. Ausstellung bis zum 20. Februar in der Schwäbischen Galerie: „Andrea Dresely - 30 Jahre textile Kunst“. Die Ausstellung gewährt einen Überblick über das Schaffen der bekannten Textilkünstlerin Andrea Dresely aus 30 Jahren. Präsentiert werden Arbeiten für den sakralen und den profanen Bereich sowie freie Entwürfe. Sie alle führen uns den Ideenreichtum der Künstlerin vor Augen. So geht es zum einen um ihre eigene künstlerische Entwicklung zum andern um den Werdegang eines Werkes. An den ausgestellten Messgewändern lässt sich die stilistische Entwicklung von Andrea Dreselys Textilkunst deutlich ablesen: Zunächst haben sie florale Motive fasziniert. Ihnen folgen in den 1990er-Jahren geometrische Muster. Bei der Gestaltung der Kaseln der letzten Jahre treten neue Komponenten zum Vorschein: Geometrische Motive werden linear zurückhaltend wiedergegeben, florale Elemente parallel dazu stark abstrahiert. Deutlich wird hier, dass Andrea Dresely zwar auf frühere Motive zurückgreift, ihr gestalterischer Weg jedoch in Richtung Reduktion geht. Neben den zahlreichen in den 1980er Jahren entstandenen Kaseln schuf Andrea Dresely ihre Spannbilder, die einen interessanten Kontrast zu den Auftragsarbeiten bilden: Sie sind vom grafischen Element der Linie sowie von Licht und Schatten geprägt. Der zweite Teil der Ausstellung ist mit Teppichen und Wandbehängen dem profanen Bereich gewidmet. In der Zusammenschau von einer großen Anzahl neuer, noch nie gezeigter Entwürfe von Wandbehängen und Teppichen wird deutlich, dass alle ihre Arbeiten - und seien sie auch noch so sehr für den Gebrauch bestimmt - als Bilder zu verstehen sind. Ihre sich im Spannungsfeld zwischen sehr großen und winzig kleinen Formen bewegenden Kompositionen, haben nichts mit Mustern zu tun, sie erinnern mit ihren geometrischen Formen eher an Bilder der Konstruktivisten. Es gibt Wiederholungen aber keine Gleichförmigkeit. Auch ihre bisweilen ungewöhnlichen und überraschenden Farbzusammenstellungen gehen über die Palette der Dekorationskunst hinaus. Ein zentrales Anliegen ist ihr die Bindung der Farbe an das Material. Wie Andrea Dresely mit der Farbe je nach Webart immer wieder eine andere Wirkung erzielt, wird in der Ausstellung ebenfalls thematisiert. Wiederum einen Kontrast zu den kompakten Teppichen und Wandbehängen bilden Andrea Dreselys seit 1988 entstandenen Lichtbilder. Ursprünglich im Zusammenhang mit Kirchengestaltungen entwickelt, sind sie nun auch teilweise im freien Schaffen angesiedelt.
(Mit freundlicher Genehmigung des Regierungsbezirks Schwaben, Öffentlichkeitsarbeit)
>> Fotos

Kommentare:

Eason hat gesagt…

wow..i like this info

Şükrü Yılmaz hat gesagt…

Günaydın CUMA'nız Mübarek Olsun,Sağlıklı Neşeli ve Güzel Bir Gün Geçirmenizi Dilerim,Sevgi ve Saygımla Kalınız. http://img2.blogcu.com/images/e/n/b/enbiya25/adszju5ur3kl0.jpg

Şükrü Yılmaz
Antakya-HATAY

http://www.sukruyilmaz.net
http://www.sukruyilmaz.com
http://www.facebook.com/sukruyilmaz.net

Kırkıncı Oda

Kırkıncı odanın kapısındayım;
Ne varsa bu kapı arkasındadır.
Açsam, ya açmasam kaygısındayım;
Aklım iki cihan arasındadır.

Kim bilir neler oluyor içerde!
Yarab! İnsan bahtım hangi ellerde?
Ha ben ha masaldaki o şehzade;
Gönlüm bir güzelin sevdasındadır.

Cahit Sıtkı Tarancı
http://www.siirdefteri.com/?sayfa=siir&siir_id=18263

ekosky hat gesagt…

thank you for share.
please visit me and leave message in box comment for me about my blog

http://skybusinessonline.blogspot.com/

Doña Bostezos hat gesagt…

Que lindo..me gustaria poder visitar un lugar asi con tanta historia...
Muy interesante tu post..
Saludos

http://belguzaranne.blogspot.com hat gesagt…

selam ıyı akşamlar