Samstag, 18. Dezember 2010

Insolvenz

Die am 19. Januar 1924 gegründete SpVgg Weiden musste den Spielbetrieb der Regionalligamannschaft, der anderen Fußballmannschaften und auch alle übrigen Geschäftsaktivitäten Ende November einstellen. Alle Vertragsspieler und Angestellten des Vereins wurden freigestellt und bekamen damit die Möglichkeit, unverzüglich Leistungen von der Agentur für Arbeit zu beziehen. Um den Spiel- und Vereinsbetrieb bis zum Ende der Saison fortsetzen zu können, wäre im günstigsten Fall ein sechsstelliger Betrag erforderlich gewesen. Der dreimalige Bezirksmeister (1934, 1940, 1941), zweifache Meister der Bayernliga (1965, 2009), sechsfache Landesligameister (1954, 1964, 1985, 1988, 1995, 2006), dreifache oberpfälzer Pokalsieger (1996, 1997, 2009) und bayrische Totopokalsieger (2009) steht somit als erster Absteiger aus der Regionalliga-Süd fest. Alle Vorrundenspiele werden so behandelt, als ob es die SpVgg Weiden nie gegeben hätte.
Bei der 2009 vom Hauptverein ausgegliederten Fußballabteilung des SSV Ulm 1846 wird die Eröffnung des Insolvenzverfahrens in zwei Wochen erwartet. Dem württembergischen Rekordpokalsieger gelang seinerzeit unter Trainer Ralf Rangnick der direkte Durchmarsch von der Regionalliga bis in die erste Bundesliga. Nach nur einer Saison (1999/2000) in der höchsten deutschen Spielklasse folgte in den Jahren danach der Absturz in die Viertklassigkeit. Nun fehlen 576000 Euro. Voraussichtlich darf die Mannschaft die Saison zu Ende spielen, wird aber unabhängig vom sportlichen Abschneiden in die Oberliga Baden-Württemberg absteigen.
Wer wird der Nächste sein? Weitere Pleitekandidaten sind zum Beispiel Rot-Weiß Ahlen, Union Solingen, Tennis Borussia Berlin, SSV Reutlingen, VfR Neuss, Lüneburger SK, Bonner SC, Victoria Köln, Preußen Hameln, Eintracht Bad Kreuznach oder die SpVgg Unterhaching. Auch beim TSV 1860 München scheinen langsam die Lichter auszugehen. Bis zum 14. Januar muss der Klub bei der Deutschen Fußball-Liga die Liquidität nachweisen. Es geht um 5,3 Millionen Euro. „Wir haben unsere Zukunft über einen langen Zeitraum verfrühstückt“, sagte Vizepräsident Schneider. Immerhin wurden die Mietpflanzen in der Geschäftsstelle abbestellt. Ersparnis: 15000 Euro.
Die Großen fressen die Kleinen auf. Sollte es so weitergehen und denkt man diese Entwicklung zu Ende, wird eines Tages der FC Bayern gegen – na, wen wohl – den FC Bayern II seine Fußballspiele austragen. Viele werden sich dafür wohl nicht mehr interessieren.

1 Kommentar:

gangsta hat gesagt…

So schnell kann es gehen. 2009 haben die sich im DFB Pokal gegen Doffmund noch ganz gut geschlagen.
Man stelle sich mal vor die 60er machen zu ! Ein Schlag ins Gesicht für alle die den FCB nicht mögen. Da würde ich ja glatt noch sammeln gehen.