Samstag, 9. Oktober 2010

Wurzelnackte Rosen

Kürzlich im Botanischen Garten entdeckte Nervenruh eine wunderbare Kletterrose. Sie wurde im Jahr 2002 von Noack gezüchtet und trägt die Bezeichnung „Graciosa“. Das robuste Gewächs soll bis zu drei Meter hoch werden. Die dicht gefüllten, außerordentlich gut duftenden Blüten präsentieren ihre Schönheit den ganzen Sommer über bis zum Auftreten der ersten Fröste im späten Herbst. Das Farbspektrum reicht dabei von zartem Rosa bis hin zu cremigem Weiß, die sichtbaren Staubgefäße sind braun.
Die beste Zeit, Rosen zu setzen, ist jetzt. Wer sich rechtzeitig für eine bestimmte Sorte entschieden hat, kennt bereits deren Aussehen und Duft und kann wurzelnackte Exemplare erstehen. Das sind ausgegrabene Pflanzen ohne Erde, die etwa zwanzig Zentimeter über dem Boden abgeschnitten wurden. Wurzelnackte Rosen sind nicht das ganze Jahr über erhältlich, aber wesentlich günstiger als Containerware.
Da Nervenruh in den hiesigen Gärtnereien und Geschäften für Gartenbedarf nicht fündig wurde, bestellte er per Internet zwei Wurzeln bei der Baum- und Rosenschule Clausen in Böklund. Die Lieferung erfolgte promt, die Pflanzenteile sind in einem sehr guten Zustand, der Preis ziemlich günstig. Beide Stücke inklusive Porto und Verpackung kosteten 24 Euro. Beim Kauf von Containerrosen, also eingetopften Büschen, wären 44 Euro fällig gewesen.
Bei der Pflanzung muss man sich Zeit nehmen und sorgfältig vorgehen. Rosen, die mit nackter Wurzel gesetzt werden, müssen zuerst mit möglichst allen Trieb- und Wurzelteilen ungefähr fünf Stunden in einem Wasserbad liegen. Die Pflanzlöcher sollten tief und mindestens eine Handbreit größer sein als die Wurzel. Die Sohle wird gründlich aufgelockert, damit ein einwandfreier Wasserabfluss gewährleistet ist. Nun wird die Rose so in das Loch gehalten, dass die Wurzeln frei und ungebogen in der Pflanzgrube baumeln. Die Veredelungsstelle muss sich nach der Pflanzung fünf Zentimeter tief im Boden befinden. Dann wird das Pflanzloch vorsichtig, ohne das Wurzelwerk zu beschädigen oder zu knicken mit Erde aufgefüllt und leicht angetreten. Dabei darf sich die Höhenpositionierung nicht gravierend verändern. Nun wird kräftig eingeschlämmt, um eventuell vorhandene unterirdische Hohlräume zu schließen. Bei Herbstpflanzungen wird im April, frühestens jedoch, wenn die Neutriebe eine Länge von zehn Zentimetern erreicht haben, etwa fünfzehn Zentimeter hoch angehäufelt. Dann sind nur noch die Triebspitzen der Rosenstöcke zu sehen.
Ob alles gut geklappt hat, wird sich in den nächsten Jahren zeigen.

Kommentare:

merci hat gesagt…

@Nervenruh,
ich habe sehr gute Erfahrungen mit wurzelnackten Rosen gemacht. Sie kosten wirklich nur die Hälfte und zu 90% sind sie bei mir angewachsen und gedeihen gut. Nach dem letzten harten Winter dachte ich, es sind einige eingegangen aber siehe da, sie kamen wieder, wenn auch viel später.

Elke hat gesagt…

Auch ich kann nichts negatives berichten über wurzelnackte Rosen. Der Noack ist gar nicht weit weg von uns, da kann ich mir die Rosen vor Ort anschauen, wenn mich eine interessiert, das ist schon toll. VG Elke