Freitag, 24. September 2010

Der Botanische Garten Augsburg

Am Dr.-Ziegenspeck-Weg 10, nur wenige Meter entfernt vom Zoo, befindet sich seit 1936 der Eingang des Botanischen Gartens Augsburg. Was damals auf einer Fläche von 170 Ar begann, ist inzwischen auf 10 Hektar angewachsen. In den unterschiedlichen Bereichen gedeihen nach Angabe des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen über eine Million Zwiebelpflanzen, 1200 Arten und Sorten von Stauden, Wildkräutern, Gräsern und Farnen, 450 verschiedene Arten und Sorten von Gehölzen, 280 Arten und Sorten von Rosen sowie weitere 1.200 Arten und Sorten in einer Pflanzensammlung unter Glas. Im Eingangsbereich liegen acht Themengärten, die anlässlich der Landesgartenschau 1985 geschaffen wurden. Daran vorbei führt hinter einem Springbrunnen eine mit Schmuckbeeten gesäumte Allee. An deren Ende befindet sich rechts ein kreuzförmig angelegter Bauerngarten mit von Buchs eingefassten Beeten und einem Pumpbrunnen in der Mitte. Gegenüber liegt der unter Mitwirkung von Augsburger Apothekern und der Bayerischen Landesapothekerkammer geschaffene Apothekergarten mit seinen wertvollen Heilpflanzen. Dahinter wurde der Römergarten eingerichtet, der neben Leihgaben aus dem Römischen Museum unter anderem Oliven-, Feigen- und Eukalyptusbäume, Zitruspflanzen und Wein zeigt.
Ein niedrigerer angelegter Teil ist der Senkgarten, in dem um diese Jahreszeit hauptsächlich mediterrane Kübelpflanzen, Duftpflanzen und Palmen zu bestaunen sind. Nicht weit davon entfernt vor dem Verwaltungsgebäude wurde ein hölzerner Gartenpavillon aus dem Jahr 1869 aufgestellt. Hinter einer mit Teichrosen bestückten Wasserfläche steht das neue Pflanzenschauhaus, ein hochtransparenter, moderner Baukörper, der die Welt der Tropen beherbergt. Ab und zu flattern hier exotische Schmetterlinge umher. Davor werden Sukkulenten und Kakteen gezeigt. Nebenan, in der Gärtnerhalle, wird ein Raum für Kunstausstellungen – diesmal eine Hommage der Bildenden Kunst von ArtUniverse zum Jubiläumsjahr der Deutschen Eisenbahn - genutzt. Zentral eingebettet zwischen einem Weiher und dem im Halbrund stufenförmig angelegten Rosengarten steht der Musikpavillon, in dem während der warmen Jahreszeit Veranstaltungen wie der Augsburger Jazzsommer mit international bekannten Künstlern stattfinden.
Im Ökogarten wird bewusst auf chemische Pflanzenschutzmittel und Kunstdünger verzichtet; Fruchtfolge, Kompostierung und Pflanzensoziologie stehen hier im Mittelpunkt. Im benachbarten Färbergarten wächst eine Auswahl an Pflanzen, aus denen natürliche Farbstoffe zum Färben von Textilien gewonnen werden können. Eine Wildblumenwiese gewährt einen Eindruck, wie eine Fläche ohne eintöniges Rasengrün aussehen kann. Gegenüber ist ein Garten mit Obstbäumen entstanden, wo Besucher über dieses Teilgebiet mit Tafeln fachkundig informiert werden. Auch ein Insektenhotel wurde eingerichtet. An vier Pavillons neben dem Obstgarten rankt sich Wilder Wein hoch, der im Herbst eine prächtige Kulisse abgibt. Nicht weit davon entfernt erstreckt sich eine große Liegewiese mit angrenzendem Spielplatz. Unter Kastanienbäumen ist von April bis Oktober der Biergarten geöffnet. Ein besonderes Augenmerk richtet die Führung des Botanischen Gartens auf ein Refugium für die Pflanzen der Lechtalheiden, deren Flächen in den vergangenen Jahrzehnten durch Bebauung oder landwirtschaftliche Nutzung kleiner geworden sind. Daneben liegt der Invernessgarten, der mit Heidepflanzen aus dem schottischen Hochland bestückt ist. Geschützt von einem bewachsenen Wall gegen ungünstige Winde öffnet sich nach Süden hin der ruhig gelegene Salbeigarten mit Arten aus Osteuropa und dem Mittelmeergebiet. Im Steingarten bieten Roter Sandstein und Kalkstein alpinen Pflanzen, Zwerggehölzen und kleineren Stauden ein verträgliches Umfeld für ihren Lebensraum. Anschließend folgt ein Gesteinslehrpfad mit in Bayern vorkommenden Gesteinsarten, hauptsächlich Sandstein, Kalkstein, Dolomit und Granit sowie Findlinge. An der Westseite durchströmt ein Bach das Gelände. Im Flachwasser haben sich Sumpfpflanzen ihr Revier erobert. Erwähnenswert sind auch die mit Stauden, Gräsern oder Bodenbedeckern bepflanzten Flächen. An Bäumen und Sträuchern haben sich Gehölzränder entwickelt, die unterschiedliche Lichtverhältnisse vertragen. Eine der bedeutendsten japanischen Gartenschöpfungen in Europa ist der Japanische Garten, ein Geschenk der Augsburger Partnerstädte Amagasaki und Nagahama. Da im Wittelsbacher Park bereits seit 1957 ein japanischer Steingarten existiert, wurde hier eine Anlage im Stil eines Teichgartens nach Vorbildern aus der Kaiserstadt Kyoto angelegt. Ein ungewohnter Blickfang ist die Anordnung der 400 Tonnen Granit aus dem Fichtelgebirge. Ein kunstvoll gestalteter Wasserlauf über Steine und Stufen hinweg erfreuen Augen und Seele.
Im gesamten Botanischen Garten ist die Entnahme von Pflanzen und Pflanzenteilen selbstverständlich nicht gestattet, ausdrücklich erlaubt ist jedoch die Ernte kleinerer Mengen Saatgut. Nervenruh ist schon jetzt gespannt, was im kommenden Jahr in Deuringen aus dem Boden sprießen wird...
>> Fotos

Kommentare:

webbloggirl hat gesagt…

very nice images..was in Augsburg but not in this garden..

vixzana hat gesagt…

Nice info n photo..n alot of good content here..thnks

http://vazdownloadez.blogspot.com/

Virtualust hat gesagt…

I love the botanical garden shots, looks great ;)
Please do photo shoots on autumn theme post, I would like to see one. Because everything here is brown desert sand not the red brown beautiful falling leaves ;)

Joey hat gesagt…

Bei meiner nächsten Augsburg Reise werde ich mir diesen Botanischen Garten und das Museum ansehen.
Im Mai war ich im Botanischen Garten Berlin und habe jede Menge Fotos gemacht die ich auf meiner Berlin Website online stellen möchte. Allerdings bedarf dieses eine schriftliche Gehemigung! http://www.bgbm.org/bgbm/pr/about/FOTO.HTM auf mein Schreiben habe ich bis jetz keine Antwort erhalten!

Katharina Boehme hat gesagt…

Tolle Fotos! :-)