Sonntag, 4. Juli 2010

Hullondüsche Tumautn

Harrlüch! – dönckst tu, gauffßt die rauten
Glantzind pfröschn Totumauten.
Duch peim Ößßn marckstde dunn,
dißß monn gurnüxx tschmarckn kunn;
Sünd’z nonn Gorcken, sünd'z Tumautn, –
Üst öss garr oin Heunarbrautn,
pfrösch oss Hullondt ümmporturt?
Hart monn düch woll arnngeschmuurt?

Starckdeutsch ist eine Kunstsprache und wird für parodistische Gedichte verwendet. „Das Vokabular beruht auf modernem Deutsch mit zahlreichen altertümelnden Formen, während der Lautstand unter anderem vom Mittelhochdeutschen, aber auch vom Niederdeutschen beeinflusst ist. Merkmale des Starckdeutschen sind durchgängige phonetische Verstärkung und Verhärtung der Konsonanten, Konsonantenhäufung, exzessive Ablautung beziehungsweise Diphthongierung und Dehnung der Vokale, Ausfall unbetonter Vokale sowie Reduplikation. Die Syntax entspricht weitgehend der hochdeutschen Standardsprache, ebenso die Interpunktion bis auf einzelne Häufungen von Satzzeichen. Da das Starckdeutsche keine konstruierte Sprache ist, sondern ein künstlerisches Spiel mit der Sprache, gelten für Phonetik und Orthographie keine festen Regeln. Das Starckdeutsche ist durch seinen vokalkräftigen und konsonantenverstärkten Charakter weniger zum stillen Lesen als zum lauten Vortrag von Gedichten geeignet,“ beschreibt Wikipedia das Wesen dieser Sprache.
Es erschienen die Bände „Starckdeutsch I“ und „Starckdeutsch II“ in der Edition Kleber sowie „oine Orrswuuhl dörr schtahurcköstn Gedeuchten“ im Verlag Klaus Wagenbach. „Die Anfänge des Starckdeutschen reichen in den Nebel und Kneipendunst einer Berliner Nacht im Jahre 1972 zurück, in der eine Künstlergruppe lauthals ihre Unzufriedenheit mit dem damals üblichen Mittelschwachhochdeutschen bekundete. Der Maler und Dichter Matthias Koeppel wurde ihr Vorkämpfer und Propagator,“ heißt es dort im Vorwort. Die Bücher sind Raritäten, da sie mittlerweile wohl alle vergriffen sein dürften.

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