Montag, 1. März 2010

Die Gartensaison ist eröffnet!

Der Schnee ist vollständig abgetaut. Auch in Nervenruh’s Garten blühen jetzt Schneeglöckchen. Krokusse und Narzissen treiben kräftig aus. Die Sonne scheint und beschert Temperaturen über +10°C. Angenehm säuselt lauer Wind. Die Blütenkätzchen der Haselnuss erscheinen in diesem Licht fast golden und bilden einen schönen Kontrast zum tiefen Blau des Himmels. Der von Maulwurfshügeln verunstaltete Rasen ist zwar noch nicht saftig grün, doch immerhin wieder sichtbar. Die Stare tragen ihre Hochzeitskleider. Einige Nistkästen sind bereits belegt. Die Knospen an den Beerensträuchern sind nicht voll ausgebildet, doch saftig und prall. Die unbändige Kraft der Natur zeigt sich allmählich. Das Zwergpfirsichbäumchen steht noch im Gewächshaus und wird wohl bald seine volle Blütenpracht entfalten. Kater Felix hat die Situation im Griff. Er fühlt sich lediglich zwischen Jagen und Sonnenbaden hin und her gerissen. Die Gartenzwerge warten ungeduldig auf ihren Einsatz.
Im vergangenen Herbst erfreute sich Nervenruh dermaßen am Gitarrenspiel, dass er das Ende der Gartensaison erst richtig bemerkte, als seine Finger klamm wurden. So blieben einige erfrorene Pflanzen den ganzen Winter über stehen. Beim Entfernen dieser Überbleibsel stieß er heute auf ein merkwürdiges Knäuel aus verschiedensten Halmen, das sich leicht wie ein Deckel abnehmen ließ. Darunter befand sich ein Igel in einer Erdmulde. Regungslos, den Kopf zwischen Gestrüpp und Erdreich versteckt, erschien er starr und wie tot. Nervenruh wollte nicht weiter stören und legte vorsichtig und behutsam den Pflanzenhalmdeckel wieder auf. Just in diesem Moment durchfuhren Lebensgeister den stachligen Körper. Nervenruh hatte den Igel versehentlich aufgeweckt. Erst ein leichtes Zucken der Haut, dann ein Prusten und Schnauben. Der offensichtlich recht gut genährte Igelbauch blähte sich auf und bewegte sich im Takt des Atems heftig auf und ab. Ob das Tier wieder eingeschlafen ist oder schon bereit zur Schneckenjagd war, wird sich morgen zeigen.
Alle Jahre wieder. Der Christbaum wird nach dem Dreikönigstag abgebaut und im Gartenhaus untergebracht. Zur Eröffnung der Gartensaison wird das total ausgetrocknete Geäst auf dem Acker aufgestellt und angezündet. Dann steigt ein heißer Feuerschwall meterhoch in die Luft, lodert kurz auf und vergeht wieder.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Lieber Nervenruh, du lebst scheinbar in anderen gefilden, hier taut es erst seit Sonntag merklich, gestern gab es den ersten sichtbaren Asphalt der Straßen und heute ist schon ziemlich viel der Grünflächen zu sehen. Schön wie du die Eröffnung Gartensaison beschreibst und begehst. Ich freue mich auf ein neues Gartenjahr mit dir.

Auf Bald Susanne

sealkazz hat gesagt…

iniii bahasa mana yaa????