Sonntag, 14. März 2010

Das Deuringer Wappen

Der Schild ist senkrecht geteilt. Über dem weißen Hintergrund der linken Hälfte befinden sich drei aufeinander gesetzte blaue Balken, von denen der untere zwei, der mittlere vier und der obere fünf Zinnen trägt. Dies ist das Zeichen der Marschälle und Truchsässe von Donnersberg. An der alten Landstraße zwischen Nordendorf und Donauwörth auf einem Schmutterhang stand einst ihre stolze Burg, urkundlich erstmals erwähnt im Jahr 1031. Die Donnersberger standen immer wieder in bischöflichen Diensten des Hochstiftes Augsburg, das seine Schulden für geleistete Arbeit oder Kriegsgefolgschaft mit der Verleihung von Lehensrechten abtrug. So kam es, dass zu einem nicht genau bekannten Zeitpunkt im 13. Jahrhundert das mittlerweile ausgestorbene Geschlecht der Donnersberger die Zehntrechte aus den Deuringer Grundstücken erhielt, die sie am 4. März 1281 an das Augsburger Heilig-Geist-Spital abgaben.
Die rechte Hälfte des Wappens zeigt auf blauem Hintergrund eine weiße Spitze, die eine Rose mit gelben Kelchblättern trägt. Dies ist ein Teil des Familiensiegels der Freiherrn von Rehlingen. Die Dynastie zählt zum ältesten Augsburger Patriziat, ihre Geschichte lässt sich bis ins 11. Jahrhundert zurück verfolgen. Der Sitz dieses wittelsbachischen Dienstadels befand sich höchstwahrscheinlich auf Schloss Scherneck bei Rehling im heutigen Landkreis Aichach-Friedberg. In manchen Schriften wird behauptet, die Rehlinger seien Grundherren in Deuringen gewesen, doch diese Funktion hatte seinerzeit das Heilig-Geist-Spital inne und später, vor dem Übergang an Bayern, waren die letzten Besitzer die Freiherrn von Schnurbein. Lediglich zwanzig Jahre, nämlich von 1662 bis 1682, hatte Heinrich Matthäus Rehlinger den Deuringer Hof gepachtet. Dort war er als Verwalter und Pfleger tätig.
Das von Hermann Korhammer entworfene Deuringer Wappen wurde am 29. März 1958 vom Bayerischen Innenministerium angenommen.

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