Donnerstag, 1. April 2010

April im Garten

Als Nervenruh heute seinem Garten einen Besuch abstattete, traute er seinen Augen nicht. Das Tor mitsamt dem Rosenbogen war unter einer mächtigen Flugsanddüne, die der Wind wohl unzählige Kilometer vom Norden Afrikas über die Alpen bis nach Deuringen geweht hatte, begraben. Auch der Zaun war zu großen Teilen nicht mehr zu sehen. Es war gar nicht so einfach, diesen hohen Berg zu erklimmen, denn die Beine versanken bei jedem Schritt bis zu den Knien im Sand. Endlich oben auf dem Gipfel angekommen, warf Nervenruh einen Blick in das Innere seines ehemals grünen Paradieses. Der Erleichterung, dass das Gewächshaus noch zugänglich schien und die Hütte stehen blieb, folgte ungläubiges Staunen. Da, wo tags zuvor noch Schneeglöckchen und Krokusse blühten, standen nun vereinzelt ein paar verdorrte Färberdisteln. Nervenruh rutschte den Hang an der Rückseite der Düne hinunter und betrat sein Treibhaus. Die Bananenstaude hatte sich prächtig entwickelt und stand in voller Blüte. Die Ansätze der daraus wachsenden Früchte waren schon gut zu erkennen. Das Zwergpfirsichbäumchen hatte zwar etwas gelitten, doch nach der Zugabe von ein paar Litern Wasser begann es, sich zu erholen. Jetzt hatte sich die Mühe, eine Wasserleitung zu verlegen, bereits gelohnt. Weiter hinten im Garten spitzelten noch die Äste der Johannis- und Stachelbeersträucher durch den feinen Sand, der mit winzigen Kakteenkindern durchsetzt war. Einen kleinen Schrecken gab es beim Öffnen des Gartenhauses, denn Fledermäuse hatten sich eingenistet und flogen aufgescheucht, planlos und irritiert durch die Luft. Am Fressnapf des Katers Felix stand ein Löwe, begrüßte Nervenruh mit einem freundlichen „Miau“ und forderte schnurrend seine Streicheleinheiten. An der Rückseite der Hütte hingen Trauben von halbreifen Datteln an den Zwetschgenbäumen. Hinter dem Zaun stand auf dem angrenzenden Grundstück Nervenruh’s Nachbar, der heute ganz im leuchtenden Blau der Tuareg gekleidet war und mit wohlwollendem Nicken ein kehliges „w'aleikum is-salaam“ ausrief. Sein Teich erschien wie ein ausgetrockneter Salzsee. An der Oberfläche hatte sich eine schneeweiße Kruste gebildet. April, April!

Kommentare:

Krautl hat gesagt…

*lachanfall*. Ich bewundere Deine Phantasie, lieber Nervenruh *lol*

merci hat gesagt…

April April! Der Sand flog sogar bis MeckPomm ;-)

☆rabbito-bonbon☆ hat gesagt…

hi there! o(^-^)o
happy good friday to you!

thanks for commenting~~
but i don't understand
german language (> <;;)