Sonntag, 20. Dezember 2009

Sibirien

Der asiatische Teil Russlands wird als „Sibirien“ bezeichnet. Dort soll es zwar reichlich Erdöl, Gas und sogar Gold geben, doch nicht nur sonnenhungrige Urlauber ziehen es vor, um dieses riesige Gebiet einen weiten Kreis zu ziehen. Das Bekannteste an Sibirien ist nämlich die gefürchtete eisige Kälte.
Der westliche Ortsteil Stadtbergens trägt die Bezeichnung „Deuringen“. Hier gibt es weder Erdöl, Gas noch Gold, doch in den letzten Tagen mehr als genug von der klirrenden sibirischen Kälte. Gestern rutschten die Temperaturen auf knapp unter -13°C. Heute am frühen Morgen schnitten Sonnenstrahlen durch die eisige Luft. Mit dicken Socken in den Winterstiefeln, mehreren Lagen von Pullovern unter der Jacke und einer wärmenden Pudelmütze auf dem Kopf stapfte Nervenruh mit seinem übermütigen Kater Felix über hart gefrorenen Schnee. Heimlich durch die Gegend zu schleichen, um vielleicht irgendwo Vögel oder ein Eichhörnchen zu beobachten, war schlicht unmöglich. Die Tritte in den Schnee knirschten dermaßen laut, dass alles Getier bereits von Weitem gewarnt war und flugs Reißaus nahm, bevor man es richtig zu sehen bekam. Auch im Garten ist inzwischen mit Ausnahme der frostharten Pflanzen alles erfroren. Sogar die Mäuse sind plötzlich allesamt spurlos verschwunden. Die Türe des Gewächshauses ließ sich nicht mehr öffnen. Bohrungen nach Erdöl oder Gas sowie das Schürfen nach Gold erübrigten sich sowieso. Die Erde war hart wie Stahlbeton.
Zu Hause brannten beim Frühstück vier Kerzen. Aber sonst war in Deuringen fast alles ganz genau so wie in Sibirien.

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